Weihnachts-Spezialtraining

Von Staudach nach Phoenix bis zum Horn von Afrika

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Zur News „Weihnachtsspecial (22. Dez.)“ schrieb Rosemarie den Kommentar: Super Idee und hoffe es gibt einen Bericht dazu.

Ja toll – und wer schreibt den Bericht?

„A man’s gotta do, what a man’s gotta do. Und eine Frau sagt ihm, was das ist!“ Bla bla bla. Der Spruch hängt bei uns daheim. Den nehm‘ ich runter, am nächsten Tag hängt er wieder da.

„A man’s gotta do, what a man’s gotta do!“ Fertig, finito, basta. Nix bla bla. So muss das heissen. So wurde ich erzogen. John Wayne war’s. Kennst du, John Wayne? Red River, Alamo, Rio Grande, Der Mann der Liberty Valence erschoss, Chisum, Der Marshal, Rio Bravo und Eldorado. Ich hab sie alle gesehen. Da war nie eine Frau dabei, die irgend etwas zu sagen gehabt hätte.

Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss und Rosemarie sagt was das ist.

Anstatt durch die trübe Winternebelnacht zu hechten, überlegten sich Manuel und Sandrine eine Trainingseinheit in der Turnhalle. Spielerisches Aufwärmen. Dann ein Konditions- und Koordinationsblock. Zum Schluss Basketball. Spielerisches Aufwärmen heisst in diesem Fall Sitzball, Völkerball und Brennball oder umgekehrt. Die Reihenfolge ist mir im Nachhinein deshalb nicht wirklich bekannt, weil ich ganz einfach den Unterschied dieser drei Extremsportarten nicht kenne. Man kann’s aber zusammenfassend ganz einfach auf den Punkt bringen. Bei allen drei Spielen geht’s drum, kriegst du den Ball an die Rübe, hast du verloren. Mehr braucht man nicht wissen.

Nun gut, dass Hans nichts trifft und auch noch der Kurzsichtigkeit frönt, sollte man doch wissen. Das ist wie bei der doppelten Verneinung. Wie wenn man zu nix nein sagt (doppelte Verneinung), bedeutet das dann ja! Graziella war gerade dabei der Logik der doppelten Verneinung Herr zu werden. Im Moment als sie’s beisammen hatte, war es aber zu spät, weil Hans‘ Treffer auf ihrem Zwölfer bereits Geschichte war. Hans kann da nix für, er hat doch gar nicht gesehen, wo hin er nicht hin trifft. Die rote Stelle in ihrem Gesicht wollte man dann der Faust ihres Mitbewohners zuschreiben. Derjenige war auch anwesend und stellte gleich klar, er sei ein emanzipierter Mann und haut drum seine Frau nicht nicht (doppelte Verneinung), aber wenn dann auf Stellen wo man’s nicht sieht. Denn ich bin a) nicht blöd und deshalb stammt b) die genannte rote Stelle definitiv nicht von mir.

Beim Völkerball muss erst im Team drei Mal hin und her, über das andere Team gepasst werden, bevor man den Gegenspielern eins aufbrennen kann, darf und soll. Das musste von der Übungsleitung jedem einzeln beigebracht werden, weil jeder sofort beim ersten Ballbesitz auf die Gegner ballerte. Endlich haben es alle begriffen, erst drei Mal hin und her. Und hin und her. Und hin und her. Und hin und her. Und dann gemerkt, man kann gar nicht bis drei zählen. Und hin und her. Und was machen wir jetzt? Die Übungsleitung gab auf: Sofort bei Ballbesitz auf den Gegner ballern.

Die Konditionsübungen sind jetzt nicht so der Brüller. Slalom laufen dass die Stangen fliegen. Treppensteigen findet mangels Treppe mit nur einer Stufe statt. Rumpfbeugen ist auch langweilig. Aber am Tag danach weiss manch einer von Muskelschmerzen an Stellen zu berichten, wo man gar nicht wusste, da Stellen zu haben. Sprungübungen und Hüpfen rundeten die Bescherung ab.

Basketball für Fortgeschrittene fiel mangels Fortgeschrittene aus. Das heisst, keine Regeln erklären und einfach drauf los. Aber erst Teambildung. Manuel als gewiefter Trainingsleiter kennt sich aus, das merkt man gleich. Er organisiert: Das eine Team bilden die mit den dunklen T-Shirts, damit man sieht, dass die zusammen gehören – logo. Das andere Team bilden drei mit hellen T-Shirts und alle anderen mit den dunklen. Also die drei mit hellem Hemd wussten definitiv, dass sie zusammen gehörten, alle anderen nicht und der Spielverlauf liess keine Zweifel daran aufkommen.

Tagessieger mit Abstand war Stefan mit doppelt so vielen Korbwürfen wie alle anderen zusammen. Seine Trefferquote war ebenfalls die Beeindruckendste: Null. Das war sehr hilfreich, weil er spielte im anderen Team, wahrscheinlich. Ist er am Ball kannste ausruhen, weil – im Gegensatz zu Hans – der trifft nicht. Am zweitmeisten Korbwürfe verzeichnete Manuel, bei einem Treffer. Der hat ein weisses T-Shirt und ist also eindeutig bei den anderen. Insofern die 13 zu 2 auf dem Score-Board zu unseren Gunsten die logische Visualisierung der Schlussfolgerungen vom Spiel. Auffälligster der gegnerischen Truppe war Johannes. Er besitzt optisch und auch spielerisch die Präsenz auf dem Platz wie einst Charles Barkley zu seinen besten Zeiten. Seine Arbeit unter dem Korb war bemerkenswert, schnell, sehr wendig und seine Bälle waren immer brandgefährlich und nahe, um nicht zu sagen sehr nahe am Korb dran, im Vergleich zu Manuel und Stefan wohlgemerkt. Präzisiere: Nahe dran am Drinnen vom Korb ist auch daneben. Er war allerdings auch nie MVP der amerikanischen Basketball-Liga so wie „Sir Charles“. Denn Johannes war nie in Phoenix bei den Suns, sondern kommt aus Staudach im Chiemgau in Oberbayern. Das ist die Gemeinde die 1999 mit einem epischen Meilenstein mediales Interesse weckte: Die Anzahl Kühe (1004) war 1999 erstmals kleiner als die Anzahl Einwohner (1005). Das hat mir Johannes erzählt, drum weiss ich, der kann Kühe zählen, aber keine Körbe, er trifft ja nicht.

Damit auch das noch klar ist: Phoenix ist die Hauptstadt von Arizona und liegt im Valley of the Sun. Weil da immer die Sonne scheint. Da fährst du zehn Monate im Jahr mit dem offenen Auto rum, sagte mir ein Freund. Ich dachte logischerweise an Dezember und Januar, dabei im Juli und August muss das Verdeck drauf, sonst holst du dir den Sonnenstich und dann fährst du Auto so wie Graziella durch die Halle irrt nach Hans‘ Kopfschuss. Valley of the Sun. Drum nennt sich das Basketball-Team der Stadt Phoenix Suns… ob das Team der „Stadt Phoenix“ Suns oder das Team der Stadt„Phoenix Suns“ kannste handhaben wie du willst. Charles Barkley – genannt Sir Charles – war bei denen der Power Forward. Was der Power Forward ist, weiss ich selber nicht, aber so war’s. Er hat mal gesagt, dass schwarze Frauen nicht gut riechen (er hat’s anders formuliert, das schreiben wir jetzt aber hier nicht so hin) und damit keine Missverständnisse entstehen, hänge ich unten gleich noch ein Bild von ihm bei. Jedenfalls seine Frau ist weiss und blond. Die beiden sah ich mal in Phoenix. Und ich weiss nicht wie sie riecht, aber so wie die aussah, wirst du mit ihrem Geruch auf alle Fälle klar kommen.

Zurück zum Spiel: Sehr aktiv und aggressiv trat Kurt Bieri bei der Ballführung in Erscheinung. Wer hätte das gedacht: Kurt. Du denkst, der sieht so gemütlich und entspannt aus, wart’s ab, bis der einen Basketball in die Pfoten kriegt. Der geht ab wie Schmitz Katze mit geölten Blitz im Arsch. Er war in unserem Team, drum war das positiv. Frau Präsidentin Maier war auch äusserst aktiv und aggressiv, was negativ war, weil im anderen Team. Sie war neben Stefan, Johannes und Manuel die einzigste wo man mit gutem Gewissen die Schulter stehen lassen durfte, oder besser gesagt, man musste die Schulter stehen lassen und sie hart angehen, weil im Gegensatz zu den anderen Luftlochstanzern ihrer Mannschaft trafen ihre Bälle. Und falls du deine Schulter doch nicht stehen lässt, weil du an den Weihnachtsmann oder den Gentleman in dir glaubst, dann schickt dich die ihrige Schulter in die Sprossenwand, womit wir eine Brücke zum nächsten Thema schlagen.

Aua, Aua! Ersteres bedeutet weh, letzteres so heisst unser neuer, junger Afrikaner im Verein. Noch nicht lange dabei, kommt irgend wo vom Horn von Afrika her. Der kann sogar schon deutsch aber Basketballregeln kennt er nicht. Gut – wie die anderen alle auch nicht, aber er kennt auch keine Gnade vor dem Herrn. Auch keine Gnade vor der Frau. Wenn der zum Ball geht, ist die Möglichkeit, dass er den kriegt weit grösser, als dass sie (die Frau) nicht in den Turnhallenheizkörper rein schrammt. Weil da wo er herkommt, gibt’s kein Firlefanz. Die Frau arbeitet, holt Wasser vom Brunnen in zehn Kilometer Entfernung, verscheucht den Löwen am Ziegengehege, dann bügelt sie Hemden. Der Mann hockt derweil auf dem Feld und zählt seine Kühe, so wie Johannes in Oberbayern. „A man’s gotta do, what a man’s gotta do!“ Und der Aua der weiss das.

Bei Pia und Iris brauchst du nicht gross verteidigen. Die guckst du nur bös‘ an, schon lassen die den Ball fallen. Und Graziella fängt die Bälle eh nicht, greift ständig in die Luftlöcher die Manuel und Stefan zuvor warfen. Sie litt noch an der Hirnverschüttung die ihr zu Beginn der Turnstunde widerfuhr. Das war blöd, denn sie spielte bei uns.

Abschliessend Dehnen und so Partnerübungen, das kenn‘ ich. Da kann man sich gegenseitig unanständig an die Schenkel greifen und so tun als ob man am fremden Bein etwas dehnen will. Allerdings hörte der Spass mit aller Vehemenz und der spontanen Erkenntnis auf, als ich begriff: Frauen greifen bei Frauen und Männer greifen – Pfui Teiwel! – bei Männern.

In diesem wahrsten Sinne des Wortes: Frohes Ostereiersuchen in dieser Fröhlichen Weihnachtszeit!

Für den Vorstand des LSV Basel, Ressort Qualitäts- und Trainingskontrolle, Vieh- und Volkszählung und Kommunikation mit und ohne geistreichem Eigentum:

Andy – Dätti genannt, von jenseits der Blauen Berge, aus einem märchenhaften, mit bewaldeten Hügeln durchzogenen Land, wo immer die Sonne scheint – dem Oberen Baselbiet. Der Sonntags aufs Chellenchöpfli zu rennen pflegt, um sich, im Angesicht der Nordwand der Nordwände, der Eiger Nordwand nämlich, zu vergewissern, wie die Solothurner im Nebel hocken, unwissendlich der Schönheit und Pracht über den Wolken, des edlen Biotops der Engel, als höchste Stufe der Schöpfung in personaler Gestalt und unwissendlich der Heimat der zu den Sternen entrückten Seelen, genannt Astralis.

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2 Comments

  1. Merssi vielmal für den lustigen und ausführlichen Bericht. Ich wusste gar nicht, dass ich so viel zu sagen habe. Nur etwas vermisse ich im Weihnachts Spezialtraining. Ein Foto vom Christchindli. Am liebsten eines vom Schreiberling mit Flügel und weissem Hemdchen. Vielleicht gibt es beim Ostertraining eines vom Osterhasen. Aber ein anständiges bitte.
    Bis dahin tschüüüs bis zum nächsten mal Rosemarie

  2. Wenn ich das jetzt so lese bin ich noch trauriger, dass ich nicht dabei sein konnte. Schuld waren nicht die Kühe sondern die Viren. Diese habe ich nicht gezählt, aber es waren genügend um mich in die Knie zu zwingen. Das nächste Mal bin ich wieder dabei, weil Luftlöcher werfen kann ich auch.

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