Ironman powered by Anna

Ironman Italy, Cervia 22. September 2018

Bericht verfasst von Anna Zehnder

Am Samstag dem 22. September 2018 nahm ich an meine ersten Langdistanz-Triathlon über 3.8km Schwimmen, 180km Radfahren und 42km Laufen teil. Ich erfüllte mir damit den Mädchentraum, einen Ironman zu machen. Ein so langer Wettkampf war für mich eine Premiere und da waren angespannte Nerven und einige Selbstzweifel in den Tagen vor dem Rennen vorprogrammiert.

Mir blieb nichts anderes übrig als diese Gedanken beiseite zu schieben und mich zu motivieren und an mich zu glauben. Es half, denn am Rennmorgen war ich entspannt. Auch die etwas freche Frage einer netten Deutschen, ob ich als so kleine Frau das alles denn schaffen würde, konnte mich nicht mehr aus dem Konzept bringen. Ich wollte es mir selbst beweisen.

Ich entschloss mich trotz warmer Wassertemperaturen im Neopren-Anzug zu schwimmen: Einerseits zum Schutz vor den angekündigten Quallen, zum andern aus Gründen der Schnelligkeit. Im Wasser fand ich meinen Rhythmus bald und war überrascht wie viele von den kleinen durchsichtigen Tierchen anzutreffen waren – nämlich tausende! In der Tiefe konnte ich ein paar Mal erheblich grössere Exemplare entdecken. Eine Riesenqualle wagte sich näher an die Oberfläche, in all die schlagenden Arme und Beine. Beinahe wäre ich in sie reingekrault, habe aber zum Glück im letzten Moment den Fuss eines Mitstreiters ins Gesicht bekommen, was mich ausweichen liess.

Der Wechsel aufs Rad verlief reibungslos. Zur Beruhigung meiner Psyche hatte ich mir vorgenommen immer zu denken, dass das Rennen „nur no e Stund“ dauern würde. Das half die ersten 150km ohne grössere Motivationstiefs gut zu überstehen. Auf den letzten 30km traf mich das Motivations- und Hungerloch jedoch hart. Das war der Tiefpunkt meines Rennens wo ich mir ernsthaft überlegte aufzugeben.

Doch ich entschied mich dazu, mal „los zu joggen“ und zu schauen wie es geht. So lief ich Runde für Runde der 4 mal 10km und durchlebte alle Sorten von Emotionen. Die vielen Zuschauer und meine Supporter trugen sehr viel dazu bei, meine Stimmung jedes Mal aufs Neue zu heben.

Nach Runde 4 durfte ich endlich die Abzweigung „to the Finishline“ nehmen und durch die jubelnden Zuschauer über den roten Teppich ins Ziel laufen.

In 11h 15’ beendete ich meinen ersten Ironman.

Am Sonntag darauf wachte ich zu meinem Erstaunen ohne gröbere Wehwechen auf. Was noch für einige Tage nach dem Rennen blieb, waren die starke Müdigkeit und der Bärenhunger!

Für immer werden allerdings tolle Erinnerungen an einen spannenden Tag und den emotionalen Zieleinlauf bleiben.

2 Comments

  1. „Nur noch eine Stunde“ werde ich als psychische List mal ausprobieren, jedoch nicht mit 11-maliger Wiederholung. Danke für den tollen Bericht und herzliche Gratulation – grossartig!

  2. Mädchentraum Ironman – Mädchentraum? Mädchen träumen von Prinzen, Pferden und Prinzen mit Pferden. Jedenfalls dachte ich das. Doch ab heute werde ich diesbezüglich dank dieses Berichtes meine Grundeinstellung ändern. Merci und Gratulation

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