Colombo Triathlon, Sri Lanka

Andere Länder, andere Trainingsbedingungen

Bericht verfasst von Nicola Pini

Die Wettkampfsaison startete dieses Jahr früh für mich mit dem ersten grossen Event, dem Ironman 70.3 in Colombo, Sri Lanka. Diesen Triathlon habe ich mir ins Auge gefasst, als ich letztes Jahr meine Saisonplanung erstellt habe. Ich war sofort von Anfang an begeistert, da ich noch nie in Sri Lanka war und Februar die optimale Zeit ist, um dieses Land zu besuchen und ich bisher nur positives über dieses Land gehört habe. Also packte ich Mitte Februar meine sieben Sachen (total brachte mein Gepäck 45 Kilo auf die Wage) und flog mit einer Freundin nach Colombo. Da ich mein Fahrrad mitnahm entschlossen wir uns dazu, währen der ganzen Zeit ein Hotel in der Hauptstadt zu nehmen und das Land mittels Tagesausflügen zu erkunden. Mit diesen konnten wir viele spannende Ortschaften besuchen und haben einiges erlebt.

Da ich jedoch nicht nur zum Sonne tanken so weit gereist bin, musste ich dort natürlich auch noch einige Trainings absolvieren. Sich auf das Schwimmen einzustellen war am einfachsten, da der Wettkampf im Meer stattfand und wir nur wenige Minuten vom Strand entfernt waren. Ein erheblich grösseres Problem stellte das Laufen dar. Da ich mir die nasskalten Minusgrade in Basel gewohnt war, waren die 32°C vor Ort ein richtiger Schock. Als ich das erste mal morgens laufen ging, fühlte ich mich wie in einer finnischen Sauna. Das andere Problem waren die plötzlich endendenden, löchrigen und überfüllten Strassen. Somit beschloss ich die restliche Laufvorbereitung auf das Laufband im Hotel zu verlegen.

Die schwierigste Vorbereitung hatte ich jedoch im Radfahren, da die Strassen quasi nie befahrbar waren wegen des vielen und meist gefährlichen Verkehrs. Also entschied ich mich dazu, das Fahrrad bis zum Wettkampf eingepackt zu lassen und das restliche Training auf dem Fahrradergometer im Hotel zu absolvieren. Nun ist dies wohl nicht die optimale Vorbereitung auf einen Wettkampf, jedoch liess sich in dem Moment nichts mehr daran ändern, ausser mit einer positiven Einstellung an die Sache zu gehen.

Nun war der Sonntag endlich gekommen. Das Fahrrad in der Wechselzone platziert und die Tasche mit allem nötigen gepackt, machten wir uns um 4 Uhr morgens auf den weg zum Event-Gelände. Nach einem kurzen Einwärmen und einem letzten Check musste ich mich dann bereit machen für den Start. Die Stimmung war grandios! Rechtzeitig zum Sonnenaufgang um 6.15 Uhr starteten wir ins offene Meer, begleitet von den Trommelschlägen der bekannten Trommler aus Kandy. Das Schwimmen über 1.9km lief super und so konnte ich nach einem schnellen Wechsel als fünfter meiner Kategorie aufs Rad wechseln. Dort waren die Verhältnisse so, wie ich sie in Sri Lanka in den zwei Wochen nie erlebt hatte. Die Strassen waren alle abgesperrt, frei von Verkehr und die Schlaglöcher waren in den Tagen zuvor noch ausgebessert worden. Die Streckenführung war traumhaft, da man den grössten Teil der 90km direkt am Meer fuhr (auch wenn ich davon nicht viel mitbekam…). Die flache Strecke lag mir sehr und ich konnte als erster meiner Altersgruppe den zweiten Wechsel durchführen und auf die Laufstrecke starten. Nun hiess es diesen Platz verteidigen. Die Strecke war erbarmungslos, ohne Schatten in der prallen Sonne und der Asphalt machte die Sache nicht angenehmer. Hier spürte ich, dass meine innere Uhr eigentlich noch auf Winter gestellt war und die 21km zogen sich immer mehr in die Länge.

Nach einer gefühlten Ewigkeit von 4 Stunden und 45 Minuten erreichte ich dann doch das Ziel. Ich war überglücklich, als ich erfuhr, dass es für den Sieg in der Kategorie der 18-24-Jährigen und den 19. Gesamtrang gereicht hat!

Dieser Wettkampf war wirklich etwas besonderes. Unter anderem auch, weil ich noch nie so begeisterte Fans und Helfer erlebt habe. Abschliessend kann ich jedem nur empfehlen sich Sri Lanka anzusehen und wenn möglich auch an einem Sportevent dort teilzunehmen.

3 Comments

  1. Toller Bericht, und tolle Leistung! Gratulation.

  2. Das muss ja ein ganz spannendes Abenteuer gewesen sein. Ich gratuliere dir zu deinem Mut und vor allem zum Erfolg. Mach weiter so und schick noch mehr so spannende Berichte.

  3. Herzliche Gratulation zu dieser sportlichen und organisatorischen, aber auch klimatischen, Höchstleistung. Spannend zu lesen, was einen in fremden Ländern erwarten kann.

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