Depesche vom Aarelauf I

Hier geht’s los, das epische LSVB-Abenteuer von der Mündung der Aare an ihre Quelle am Grimsel. Heute werden es 39 von gut 300 Kilometern.

Ein Teil der Gruppe die in Koblenz lossprintetetete. Hinter dieser Brücke mündet der viel kleinere Rhein in die Aare, die ab Koblenz Rhein genannt wird. Der Rhein kommt nämlich mit 439 m3/s mittlerem Abfluss daher, wobei die Aare 560 m3/s abliefert.

Weitere LSVB-Läufer stossen in Brugg zur Gruppe. Aber zuerst muss ich mich durch die tolle Landschaft zwingen. Weitaus schlauer wäre: Hinlegen, Bier in die Hand und die anderen sollen gefälligst alleine weiter laufen.

So sieht Natur aus: ausser LSVB-Läufer noch andere Viecher. Von Reh bis zur Wildsau waren sich einige einig – kann man ja nicht sagen, uneinig waren sie. Einig in der Uneinigkeit. Das geschulte Auge und ich sehen aber etwas anderes.

Es raschelt im Unterholz: Trail-Running am Aarestrand powered by LSVB.

Ohne Mist: Wer nicht dabei war hat was verpasst. Wunderschön, romantisch, idyllisch, einfach Weltklasse und schöner als damals im Saarland kriege ich zu hören. Hier das Bild als Pia darob auszuflippen begann.

Ohne Mist zum Zweiten: Das war so geil, da sieht sogar die Transformatorenanlage bei Beznau mit dem Dampf aus Leibstadt im Hintergrund sinnlich aus.

Zum Schluss das Bild der gehörnten Wildsau von eben. Wir sind einen Kilometer von Brugg entfernt und werden von Gämsen belästigt. Zugegeben: der wo die Gams Wildsau nannte, kannte diese Nahaufnahme nicht. Graziella schon und was sie dazu sagte kann ich aus persönliche Gründen hier nicht mitteilen. Dafür würde mein Vater nicht sie, aber mich würgen. Denn meine Grossväter waren Jäger und deren Ahnen auch. So wie mein Vater, der  sich das Geld für Tapete sparte und stattdessen das gesamte Elternhaus mit Reh- und Gamsgehörn und Hirschgeweih aus eigener Jagd verzierte. (Kein Witz: wir zählen das Zeugs nicht mit Dutzend, wir zählen mit Hundert, nur in Stube und Schlafzimmer gilt Mutters Jagdtrophähe-Hängeverbot). Das heisst, ich bin der erste Stammhalter der mit der Tradition der Weidkunst bricht und die Linie des dettwilerschen Jägertums sterben lässt. Weil mein Bruder ist Vegetarier, was der Hege und Pflege am Wildbestand – wozu auch die Regulierung mittels Abschuss gehört – nicht wirklich dienlich ist. Der andere Bruder kann kein Blut nicht sehen, drum schiesst der keine Löcher in Tiere wo Blut raus läuft. Und mein Sohn findet eh man solle wegen der Erderwärmung mehr pflanzliche Kost und nicht Fleisch produzieren.

Wie anderswo schon erwähnt: Ich fahre Auto, damit’s CO2 gibt, damit die Bäume etwas zum Schnaufen haben.
Und ich höre auf meinen Sohn: Ich esse Fleisch, damit die Viecher nicht das ganze Treibhausgas in die Atmosphäre furzen.

Und morgen geht’s von Aarau nach Olten, Aarburg und Murgenthal. Keine Frage, dass mir dazu wieder was einfällt, ob ich dazu komme etwas zu schreiben kann ich hier, jetzt, unverbindlich, an dieser Stelle noch nicht sagen. Also guckst du morgen wieder.

Hier geht’s zu den Bildern dieser Reise.

Happy Trails

2 Comments

  1. Sehr schöne Bilder und toller Kommentar.
    Von wegen pflanzlicher Ernährung. Weis dein Sohn, dass die bösen Wildsauen den Bauern das Mais und alles Grünzeug wegfressen? Also geniesse ich mit ruhigem Gewissen ein chüschtiges Wildsau Steak.

  2. Wunderschön, romantisch, idyllisch
    herzlichen Dank Andy und Hans

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