Tagesausflug nach Colmar der LSVB Kulturgruppe

Drei kulturelle Schwerpunkte hatte der Tagesausflug vom 17. September 2016 der LSVB Kulturgruppe gemäss Ausschreibung und zwar „Colmar lohnt sich immer“, der „Erweiterungsbau des Musée d’Unterlinden von Herzog und de Meuron“ und „der Isenheimer Altar von Matthias Grünewald“.

Kaum dem Zug entstiegen kam ein weiteres dazu, die echten, französischen, butter’leichten‘ Croissants. Alle „wir-haben-nachher-noch-genügend-Zeit“-Rufe unseres Guides Beat nützten nichts. Die Boulangerie zog einzelne LSVB-ler wie ein Powermagnet in den Laden. Heraus kamen sie mit weissen Papiertüten, wo andere auch noch hineingreifen durften.

Nach einer stündigen Kaffee- oder Shoppingpause schleusten wir uns durch zahlreiche andere Touristen in das Musée d’Unterlinden ein. Eine quirlige, sprachgewandte und kulturkompetente Französin mit kratziger Raucherstimme brachte uns die architektonischen und malerischen Highlights auf humor-  lustvolle Weise näher.

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Nachdem sie erfuhr, dass wir eine Laufsportgruppe sind, war der ‚Lift‘ ein Tabu. Zügigen Schrittes leitete sie uns durch die unterirdische Passage zwischen dem Dominikanerkloster aus dem 13. Jahrhundert und dem bestehenden ehemaligen Badehaus von 1904. Ein architektonisches Kunstwerk war der Blick aus dem Untergeschoss in das von Herzog und de Meuron wieder erweckte Häuschen, welches die  verschwundene Klostermühle repräsentiert. Ein weiteres architektonisches Kunstwerk war die Treppe, über die wir hoch- und runterschraubten (siehe Bild).

Isenheimer Altar

Isenheimer Altar

Einen ruhigen Stand brauchten wir beim Betrachten des Höhepunkts, dem berühmten Isenheimer Altar, der von Bildschnitzer Niklaus von Hagenau und dem Maler Grünewald zwischen 1512 und 1516 geschaffenen wurde. Unsere Führerin, Madame Vanner, fütterte uns nicht nur mit schnell vergessenen, historischen Zahlen. Vielmehr machte sie uns mit der bildlichen Symbolik vertraut, den dargestellten Tieren, gewählten Farben und transparent gemalten Darstellungen. Besonderes Augenmerk muss dabei auf die Handbewegungen der Figuren und deren Aussagekraft gelegt werden.


Nach zwei Stunden Aufmerksamkeit, Zuhören und Staunen war vom Croissant nichts mehr zu spüren. Beat entführte uns in ein schmuckes kleines, ebenfalls authentisch-französisches Flammkuchen Restaurant. Ein ganzer Kräutergarten inklusive Sprachkurs konnte man da buchen, Tarte flambée mit ortie (Brennessel), ail des ours (Bärlauch), forestiere (mit Pilzen, frei übersetzt :-)), basilic und romarin.

Als abschliessende kulturelle Programmerweiterung widmeten wir uns noch der französischen Pâtisserie, den Mille-feuille mit Pistazien, Beeren, Crème, Mascarpone. Nicht alle Souvenirs wurden garantiert zollfrei inwändig mitgeführt wurden. Fabienne präsentierte uns ihre Juwelen auf dem Heimweg.
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Ein herzliches Dankeschön von den 17 Teilnehmenden des LSVB’s an die beiden Organisatoren Pia Kilcher und Beat Schumacher. Wir erlebten Kultur im weiten Sinne, die französisch kulinarische Kultur, architektonische Kultur, kunsthistorische Kultur und nicht zuletzt die kollegiale LSVB-Vereinskultur.
Bericht von Anita Imhof

2 Comments

  1. Schade, konnte ich nicht dabeisein. Der aufschlussreiche Artikel von Anita Imhof veranschaulicht den kulturhistorischen Ausflug in Elsass.
    Toll, dass auch solche Anlässe auf Interesse stossen und auch den Zusammenhang unter den Mitgliedern fördern.

  2. Was für ein toller Bericht! Danke Anita

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