Quer durch die Schweiz – Tag 6

Raron – Zermatt

Bericht verfasst von Johannes Pöhlmann

Da ist das Ding!

Monatelange Vorbereitung. Intensive Trainingslager. Optimale Vorbereitung. Viel Arbeit an Details. Alles für das eine Ziel! Und dann verlieren sie trotzdem gegen Mexiko.

Der (zumindest in Deutschland) ohnehin geschichtsträchtige 17. Juni ist seit diesem Jahr um zwei wichtige Ereignisse reicher. Deutschland verliert mal wieder ein WM-Auftaktspiel und, um endlich zum Punkt zu kommen, das grossartige „Quer durch die Schweiz: Basel-Zermatt“-Projekt des LSVB kommt zum krönenden Abschluss. Die sechste Etappe und letzten 44km, von Raron im Walliser Rhonetal nach Zermatt, standen an.

Vier Läufer des Vortages fanden sich an der frühmorgendlichen Besammlung am Bahnhof Raron bei schon recht warmen Temperaturen ein. Während Kurt aufgrund von Knieproblemen die Etappe nicht in Angriff nehmen konnte, war Asha für diesen Tag noch aus Zürich angereist. Es muss leider gesagt werden, dass der Tag mit sich einem schon am Vortag abzeichnenden Konflikt begann: Ist die Rhone jetzt ein Bach oder ein Fluss? Andy war der Meinung, die Rhone sei ein Bach, lag damit aber natürlich völlig falsch. Selbst wenn man bayerischen Grössenwahn in der Wahrnehmung herausrechnet, qualifiziert sich die Rhone schon im Wallis in puncto Breite, Abflussmenge und Schiffbarkeit definitiv als Fluss. Nachdem dieses wichtige Thema geklärt war, ging es gegen 9.30 Uhr auf die Strecke. Während Andy und Christoph die etwas flachere Variante über Visp und Stalden wählten, liefen Asha, Sebastian und ich auf die Moosalp. Die wunderschöne Strecke, die einen tollen Ausblick unter anderem auf das Bietschhorn bot, führte durch Bürchen, das über sehr pittoreske, aber auch sehr steile Gässchen verfügt. Unser langsames Tempo in diesen Abschnitten gab der Dorfbevölkerung auf dem Weg zum Gottedienst allerdings Gelegenheit, uns ausgiebig zu bewundern (in einigen Fällen wohl eher skeptisch zu mustern).

Nach einer kurzen Pause auf der Moosalp ging es, zunächst flach, dann leicht bergauf, dann steil bergab auf die Trails Richtung St. Niklaus.

Dieser Streckenabschnitt war für mich der schönste aller sechs Etappen, mit einer Kombination aus anspruchsvoller Strecke, schnellem Tempo und grandiosem Ausblick auf die Mischabel. In St. Niklaus trafen wir am Verpflegungsposten auf Kurt, Simone und Nino, die uns informierten, dass Andy und Christoph sich entschieden hatten, die Etappe hier, am Startort des Zermatt-Marathons, zu beenden. Auch Asha beschloss, es nach 25km und etwa 1400 Höhenmetern, gut sein zu lassen.

Somit waren Sebastian und ich zu zweit auf den letzten 20km über Randa und Täsch nach Zermatt. Zumindest für mich war der Touristenmodus des Noch-nie-im-Mattertal-Gewesenen jetzt ausgesprochen hilfreich: Beine schmerzen? Oh ja, aber schau‘ dir diese Berge an! Es mag sein, dass es (Stichwort Grössenwahn) in Bayern grössere Fliessgewässer gibt, aber die Berge und Gletscher sind definitiv kleiner als im Mattertal. Wir liefen also mehr oder weniger fröhlich weiter und um 17.20 Uhr war es dann endlich so weit: Ortsschild Zermatt und „Da ist das Ding“ (in diesem Fall das Matterhorn, das die Designer des Tales geschickt bis zum letzten Moment vor dem laufenden Touristen versteckt hatten).

Zermatt: die drei Protagonisten

270km und eine Tour quer durch die Schweiz waren gut zu Ende gebracht und lieferten den Beweis, dass die Bahn zwar schon etwas schneller, aber eben nicht unbedingt nötig ist, um von Basel nach Zermatt zu kommen!

Basel-Zermatt war ein rundum gelungenes, einmaliges Lauferlebnis. Mir bleibt noch Dank zu sagen an:

  • Alle Mitläufer der diversen Etappen für die tolle Stimmung und Erklärungen, welcher Berg jetzt eigentlich wie heisst
  • An Beat, Simone und Nino für die exzellente Organisation der Verpflegungsposten und an den LSVB für die Übernahme der Begleitfahrzeugskosten
  • Ganz besonders aber an Kurt für die Idee, Planung, Organisation und Umsetzung des Projektes – grosse, grosse Klasse!

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