Laufschuhe kaufen – Teil 2

Die Schuh-Armada bei mir zuhause. 2011, damals war es noch einigermassen übersichtlich.

Vor ziemlich genau 2 Monaten habe ich an dieser Stelle von meinem Bemühungen berichtet ein paar „Schnelle Schlappen“ zu kaufen (Laufschuhe kaufen ganz einfach – oder doch nicht?). Ich bekam einiges Feedback dazu, allerdings eher der Natur, dass andere das Problem auch haben. Heute war es also nach langem Warten so weit… Ich bin fündig geworden! Und das gleich zwei Mal – es kommt eben nicht nur darauf an dass man in den richtigen Laden geht sondern auch noch den richtigen Verkäufer erwischt.

Aber schön der Reihe nach – zuerst ging es nach Lörrach und beim Eintreten ins besagte Laufgeschäft bemerkte ich erst mal ein Dankesschreiben unseres Vereinskollegen Daniel Schwitter für die tolle Beratung. Das steht da an prominenter Stelle im Laden was ich als gutes Omen wertete. Wenn Dani dort gut beraten wurde, sollte das doch auch bei mir klappen.

Der Besitzer hat mich gleich auf’s Laufband geschickt, obwohl er sich das eigentlich hätte sparen können. Ich weiss ja was ich für Schuhe brauche und dass ich Neutralläufer bin ebenso. Aber egal – was man mit den eigenen Augen sieht glaubt man eher.

Meinen Auftrag mir schnelle Schuhe zu zeigen war klar formuliert und umgehend bekam ich ein paar Schuhe unter die Füsse geschnallt deren neongrüne Sohlen auch direkt aus einem Plutoniumreaktor hätten stammen können. Wer diese Schuhe an den Füssen hat ist bei jedem Rennen klar im Vorteil – die Gegner bekommen vermutlich direkt einen Augenkrampf, wenn sie darauf schauen. Psychologische Kriegsführung beim Rennen- auch eine Theorie.

Ich durfte den Schuh draussen ausprobieren, aber er war viel zu weich – eher einer dieser gerade sehr angesagten Barfussschuhe. Obwohl diese Bezeichnung an sich schon gleich Unsinnig ist wie ein „glatzköpfiger Lockenkopf“. Aber die Marketingstrategen der Sportfirmen müssen sich ja auch immer was Neues ausdenken.

Gut der Verkäufer hatte mir vielleicht noch nicht ganz geglaubt also sagte ich ihm erneut, dass ich leichte, harte flache Schlappen will mit denen man so richtig schnell in die Kurven rennen kann. Kennt ihr Tom Lüthi den Motorradrennfahrer? Der fähr ja auch nicht mit Enduroreifen auf dem Rennkurs und schon gar nicht mit Barfussschuhen!

So langsam kam der Verkäufer in Schwung, als nächstes brachte er den Asics Noosa, ein Laufschuh welcher bei den Triathlethen eine zeitlang sehr beliebt war. Allerdings ist das auch wieder einer der Schuhe aus der Gattung der „Augenkrebsverursachenden“ – obwohl ich ja bunt normalerweise toll finde. Aber der Designer, der das bei Asics verbrochen hat muss auf einem extensiven Drogentrip gewesen sein. Gut ich habe mal gesagt, dass mir die Farbe am Ende egal ist, wenn der Schuh technisch stimmt. Zum Glück tat er das nicht – sonst hätte ich vielleicht zum ersten Mal mit meinen eigenen Vorsätzen brechen müssen.

Als nächstes zauberte er dann einen schwarzblauen Pearl Izumi Schuh aus dem Ärmel, mit neongelben Schuhbändeln – hatte ich schon gesagt dass Neonfarben im Moment schwer angesagt sind? Gut aber das bisschen an diesem Schuh ist gut gemacht. Und dieser Finken passte wie angegossen, war flach, hart und leicht. Wow! Pearl Izumi Schuhe hatte ich vorher noch nie probiert – ich kannte die Firma eher vom Radfahren. Draussen vor der Tür merke ich schnell, dass dies ein Schuh wäre der genau das erfüllt was ich wollte. Ich war bereit die Dinger zu kaufen!

Pearl Izumi EM Trail M2

Aber der Verkäufer war nun voll im Schuss und durch unsere Gespräche schien er mittlerweile auch überzeugt zu sein, dass ich nicht nur schnelle Schuhe wollte, sondern diese auch rennen könnte und auch HABEN wollte (haben, haben, haben). Vielleicht gibt es auch einen Kodex unter den Laufschuhverkäufern der besagt dass die richtig schnellen Schuhe nur Läufern gezeigt werden dürfen die den Marathon unter 3h laufen können?

Einen Schuh wolle er mir noch zeigen meinte er, während ich so da hockte mit meinem Pearl Izumi, glücklich einen brauchbaren Schuh gefunden zu haben. Dann kam er wieder aus seinem Schuhlager und stellte mir die ultimative Laufmaschine hin. Einfach so! Genau den Schuh den ich schon so lange suche. Die flache, leichte, direkt ansprechende und dazu auch noch toll aussende Laufwaffe von Puma. Faas 3000 heisst das Teil – ich konnte es kaum glauben als ich das Ding in die Hand nahm. Noch hatte ich ihn ja nicht probiert – also bloss nich zu früh freuen – aber das holte ich aber gleich nach.

Wie angegossen! Das Ding sass wie eine Socke – sollte es doch noch Zeichen und Wunder geben? Direkt nach draussen gings für einen Probelauf – Sofort war klar – es gibt keine weiteren Diskussion – der wird gekauft. Alles passte – so einfach kann es also sein.

Puma Faas 3000

Morgen ist Augusta Raurica Lauf, da kann ich die neue Wunderwaffe gleich mal ausprobieren. Der Schuh ist vermutlich schneller als ich – aber das ist ja egal. Am Ende hab ich beide Paare gekauft, der Pearl Izumi ist eher für jeden Tag gedacht, der Puma ist ein echter Wettkampfschuh.

Es könnte auch gut sein, dass irgendwann ein Nichtläufer über diesen Blogartikel stolpert und sich fragt ob Läufer noch ganz bei Trost sind – dessen bin ich mir bewusst. Ich für meinen Teil bin jetzt erst mal happy nach über zwei Monaten gleich zwei Paar gute Laufschuhe gefunden zu haben.

2 Comments

  1. Ja an den Schuhen lag eine noch bessere Platzierung sicher nicht.
    🙂
    Aber noch muss ich viel wieder aufholen nach 2 Jahren Pause. Aber Spass gemacht hat der Lauf auf alle Fälle – auch wenns hart war.

  2. Na, es scheint, der Neue hat sich rentiert, wenn ich dein Ergebnis vom AugRau sehe … Glückwunsch!

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