Pia Kilcher

Das Interview wurde geführt von Christa Willin (September 2010)

Pia, Du warst eine der allerersten, die ich im Verein kennen gelernt habe, umsomehr freue ich mich, Dich heute als Interview-Partnerin zu haben. Vielen Dank dass Du Dich berei erklärt hast!
Pia: Ja bitte, gern geschehen. Ja, das stimmt – ich weiss noch, als ich Dich erstmals sah damals im Joggeli. Wir waren beide noch neu, und ich hab mich so umgesehen und dich angesprochen und wir kamen gleich ins Gespräch.

Ich habe verfolgt, was Du alles machst an Läufen und kam aus dem Staunen nicht mehrraus… Es scheint, dass der Laufvirus Dich durch und durch erfasst hat… ?!
Pia: Ja, das stimmt. Angefangen hat das 2004 im Stadtlauftraining. Nach dem Stadtlauf hatte ich ziemlich genug. Das Training war hart für mich, es ging nach dem Motto „Augen zu und durch“ – ich wusste jeweils nicht wie ich am Mittwoch aufstehe, und zweimal in der Woche ging oft überhaupt nicht….. dann, im 2005 eröffnete ich meine eigene Praxis, da hatte ich soviel um die Ohren, dass ich nicht mehr zum Training kam. Irgendwann im Frühjahr 05 hab ich wieder angefangen. Aber ich weiss, ich wäre nicht mehr dabei, wäre da nicht Christine Mazenauer gewesen, die insistiert hat dass ich wieder kommen soll. Und in der Gruppe 5 haben mich Heiri, Beat und Sabine Osswald und eben Christine immer mitgeschleppt, mich ermutigt und motiviert. So kam ich denn wieder rein und es begann wieder Freude zu machen. Dann ging es weiter mit dem ersten Halbmarathon in den Langen Erlen, 2005. Im 2006 wollte ich mit nach Mallorca, aber ich getraute mich nicht … so bin ich alleine in eine Laufwoche nach Sardinien gegangen. Danach hab ich den GP Bern erstmals gelaufen, und im Herbst bin ich wieder beim Halbmarathon angetreten – und diesmal schaffte ich ihn in 2 Stunden! Daraufhin wollten mich alle dazu überreden, einen Marathon zu machen – aber wir zwei haben damals ja viel darüber gesprochen und wollten uns beide nicht stressen lassen !

Ja, das waren die Anfänge – in den letzten zwei Jahre hingegen gab es da plötzlich immer mehr: erst Waffenläufe, dann denn 100er von Biel, inen 12h-Lauf und xMarathons…
Pia: (Lacht laut) …also zuerst kam da ja mein erster Marathon, weisst Du noch, das war 2007 in Salsomaggiore… das war ja sensationell, ich lief halb krank, aber es musste ja unbedingt sein! Und es ging ja letztlich dann gut. Dann nahmen wir in Mallorca teil und danach liefen wir den Juracime… Danach kam der 12h Lauf – und da beschloss ich, auch noch gleich den 100er anzuhängen. Damals kamen nebst dem Laufen zu den Endorphinen noch die Dopamine.. ;-)) Dafür kam im 2008 dann mein Ermüdungsbruch, da war erst mal Schluss mit Laufen. Letztes Jahr lief ich dann in Hamburg, und das war wie eine Befreiung – zu spüren, „jetzt kannst du wieder loslegen!!“…. das war der erste von 6 Marathons letztes Jahr, und noch ein paar Ultras dazu.

Mir fehlen die Worte…… gab es das pezielle Erlebnisse? Bei den Waffenläufen etwa?
Pia: DieWaffenläufe waren weniger meine Welt. Das weitaus schönste Erlebnis war mein erster Bergmarathon, der Bündner Marathon, zu dem ich mutterseelenalleine hinging. Bei km 30 war ich nudelfertig – aber ich dachte „nein, das lass ich mir jetzt nicht nehmen!“ Mir tat alles weh, einfach alles! Dann kam ich um eine Kurve, da stand ein Mann, schaute mich an und meinte nur „o jeh o jeh“…… ;-)) nach dem Dorfausgang ging’s eh nur noch ganz steil hoch, Laufen lag nicht mehr drin und ich bin dann einfach gegangen. Aber im Ziel war es dann ein Super-Gefühl! Und was mir an den Bergmarathons gefällt – die Zeit ist einfach Detail ! Ich mag die schnellen Marathons nicht, das stresst mich. Ich bin nicht unbedingt die City-Marathonläuferin. Allerdings, Hamburg war schon genial, das ist einfach eine ganz tolle Stadt, und die Atmosphäre und Stimmung einmalig, und wie die Zuschauer mitgemacht haben. Auch toll war die Streckenbesichtigung mit dem Bus tags zuvor. Aber in den Bergen, da vergisst du alles, du willst einfach da rauf – wie auch immer !! Das ist für mich das schönste – wandern und rennen. Und doch braucht es ja eine Grundkondition – manchmal weiss ich auch nicht, wie ich das mache und staune selbst. Denn eigentlich bin ich eher ein wenig bequem und faul.

Du ?!?! Also „bequem und faul“ ist wohl das letzte , was ich mit Dir verbinde… (grosses Gelächter)
Pia: Doch doch, ursprünglich schon !! Aber das Laufen gibt mir immer wieder einen grossen Energieschub. Wie z.B. heute Morgen (10.04., Anm. CW). Gestern war ich im Ausgang, und als ich heimkam, sah ich das Mail für den Longjogg, ab 09.00 Uhr ab Schwimmbad Muttenz. Ich joggte hier um 8.15 Uhr los bis Muttenz, und dann ging’s hoch auf den Gempen… – ich weiss nicht, wie ich’s gemacht hab – halt hinter den andern her…. ;-)), aber es war einfach super, genial !! Allgemein finde ich die Longjoggs immer ein Erlebnis, gerade die mit Reto. Oder auch letztes Jahr der Saar-Hunsrück-Lauf mit Rainer, das war ganz gewaltig. Alles auf diesen Trecking-Weglein, über tausend Bächlein und Brücklein, in den Wäldern drin. Ja, auch mit diesen guten Läufern zusammen zu laufen, das stärkt einen schon!

Was bedeutet Dir das Laufen, was macht den besonde ren Reiz aus ?
Pia: Heute ist es für mich wie eine Befreiung !! Ich kann dabei Altlasten hinter mich werfen und mich davon befreien. Ein weiterer Reiz dabei ist, die Umgebung kennen zu lernen und die Schönheit der Umgebung wahrnehmen zu können.

Früher in unsern gemeinsamen Trainings haben wir uns sehr viel unterhalten – lange nicht nur über Läufe und ähnliches. Die Themen waren immer extrem vielfältig – was gehört sonst noch alles zu Deinen Interessen und Freizeitbeschäftigungen ? Du bist ja ein ziemlicher Tausendsassa…
Pia: Also ganz sicher mal die Musik, insbesondere alte Musik aus der Zeit der Renaissance. Dazu habe ich eine besondere Affinität. Und ich besuche sehr gerne Ausstellungen. Morgen z.B. werde ich nach dem Zürich-Marathon im Kunsthaus die Ausstellung „von Cézanne bis Van Gogh“ anschauen gehen. Auch Lesen gehört zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Kochen und Freundschaften pflegen ist auch ganz wichtig (wovon sich heute sowohl meine Wenigkeit als auch mein Magen restlos überzeugen können… ;-)) Anm. CW). Ich war ja mal Vizepräsidentin von unserm Verband. Das hatte mich soviel Zeit und Freizeit gekostet und ich war nur da dran, nur in dieser Welt……. Ich bin sehr froh, dass ich diese Belastung nicht mehr habe. Dass ich heute einfach meine Wege gehen kann, sagen kann „tschüss ich gehe jetzt rennen“ oder was immer, und dass ich niemandem Rechenschaft schuldig bin. Man könnte immer noch tausend andere Sachen machen – aber ich kann die Prioritäten jetzt selber setzen – und das gibt einem auch wieder neue Energie.

Wir haben damals öfters zusammen kulturelle Ausflüge unternommen, an Konzerte, ins Theater… und uns danach im Training darüber unterhalten. Das haben andere mitbekommen und gefragt, ob sie nicht mal mitkommen könnten – so entstand damals sozusagen der „LSVB-Kulturclub“… ;-))
Pia: Ja, das weiss ich noch gut !! Ich fänd’s auch toll, wenn morgen noch ein paar andere Leute mitkommen würden nach Zürich, zuerst um Lukas anzufeuern am Marathon, und dann ins Kunsthaus – aber ich hab mich nicht wirklich getraut zu fragen und hatte auch den Eindruck, das Interesse ist zuwenig da. Aber ich hab’s Lukas versprochen – und fand, wenn schon, dann kombiniere ich das gleich ! Aber wo wir sicher gehen werden, ist das Verdi-Requiem. Aber eben, wenn man alle ansprechen will, bedeutet das immer eine rechte Organisation und Aufwand. Ich denke auch, was Reto wieder organisiert hat mit dem Aqua-Jogging-Kurs. Ich schlug ihm auch vor, wir könnten mal einen Tango-Crash-Kurs machen, das würde auch gut tun als Alternativ-Bewegung und wäre auch gesund. Man könnte noch viel – aber wie gesagt, das bedingt immer, dass man es auch organisiert, das ist alles Arbeit !

Ja, und dann muss es auch noch wirklich auf Interesses tossen… und alles geht neben dem Training und beruflichen Terminen etc. einfach nicht, irgendwo muss ich mich etwas fokussieren. Und das wird andern wohl nicht anders ergehen…
Pia: Ja, klar ! ich bin in der glücklichen Lage, dass ich alleine bin und mir das leisten kann – aber das hab ich mir erkämpfen müssen ! Aber wer etwa verheiratet ist und Kinder hat, kann nicht einfach sagen „tschüss“ !! Was mir da grade noch zu denWettkämpfen einfällt: für viele sind die eigentlich ein Stress, weil sei sich bestimmte Zeiten vornehmen, die sie dann unbedingt erreichen möchten, und dafür sehr viel Aufwand betreiben und streng nach Plan trainieren. Und ich bewundere jeden, der das durchziehen kann. Ich könnte das nicht. Ich möchte nicht, resp. ich kann mir nicht vorstellen, meinen ganzen Alltag danach ausrichten müssen. Ein Wettkampf sollte nicht zu einer Belastung werden. Für mich ist viel mehr die Vielseitigkeit der verschiedenen Wettkämpfe, die mich reizt. Alles Mögliche auszuprobieren, neue Erfahrungen zu machen…. Hier im Umkreis – es braucht nicht unbedingt New York zu sein.

Um wieder zu Deinen andern Aktivitäten zu kommen – letztens warst Du ja sogar unter den Fasnächtlern zu finden an einem ganz besondern Anlass – wie hast Du diese feurige Angelegenheit erlebt ? Und wie kam’s dazu?
Pia: Du meinst in Liestal, den Chienbäse ! Ja, ich hatte jemand kennen gelernt, und er wollte mich mitnehmen… So ging ich mutig und hievte mir den brennenden Besen auf die Schulter, ein rechtes Gewicht. Ich dachte nur „worauf habe ich mich da wieder eingelassen“ – aber kaum war er angezündet, ist man da bergab gelaufen und konnte ihn auch immer wieder abstellen. Man musste einfach aufpassen, dass keine Glut in die Augen springt. Das war echt ein Erlebnis wie ein Marathon. Man hat die Kohle auch richtig gespürt. Etwa dieselbe Atmosphäre hast du bei einem Wettkampf !

Wird man Dich also zukünftig öfters da antreffen ?!
Pia: Nein nein, das war einmalig !

Kürzlich hast Du mir auch von einem Klettererlebnis erzählt…
Pia: Ja, das ist richtig. Aber auch das war einmalig. Vom Klettern sagt man ja, es sei „Tanzen an der Wand“. Aber eigentlich ist ja auch Joggen Tanzen. Ich lese gerade ein Buch über „Running und Qi“ – dass man Tai Qi machen sollte, damit die Energie von der Wirbelsäule her in den Körper fliessen kann. Das kann man aber bestimmt bei jeder Sportart umsetzen. Das wär übrigens auch etwas, was man als Kurs anbieten könnte !!

Jedenfalls hatte ich den Eindruck, Pia wird nicht älter, die wird immer jünger, was sie alles noch aus probiert…
Pia: Nein nein, aber das war eine ganz tolle Erfahrung – und sie ist mir bei einem Erlebnis jetzt auf Mallorca, als wir eine Schlucht durchqueren mussten, sehr zugute gekommen !! Es hat mir einfach das Vertrauen gegeben, dass selbst in heiklen Situationen man nicht so schnell runterfällt – so schnell geht’s nicht !! Es gibt einem schon Selbstvertrauen. An die Kletterwand würde ich jederzeit wieder gehen, sogar einen Kurs machen. Aber im Freien, am Fels, das wäre nichts für mich, da hätte ich doch zu grosse Angst. Nein, ich kenne meine Grenzen schon – und das Alter kommt dann noch dazu. Aber woran ich wirklich noch arbeiten will, das ist mein Laufstil. Im Herbst werde ich zwei Kurse besuchen, Weiterbildungen vom Leichtathletikverband, einfach für mich selber. Ich denke, da lernt man auch etwas punkto Gruppenleitung, denn ich möchte das auch weiter geben, das macht mir eigentlich Freude. Und bestimmt lernt man auch noch mehr über die Technik vom Rennen – das finde ich so wichtig. Man gewöhnt sich so schnell etwas an, das man dann schier nicht mehr weg bekommt… und ich weiss, dass ich noch viel zu arbeiten habe, ich sehe es auf den Fotos von Läufen.

Pia, egal ob Klettern, Chienbäse , Longjoggs oder Wettkämpfe – all das bedingt ein gewisses „Beissvermögen“…. Dieses kommt bei Dir ja nicht ganz von ungefähr… Jedenfalls musste/durfte ich Dir schon des öftern meine Beisserchen zeigen…
Pia: Meinst du das kommt von daher ? Nein, das glaube ich nicht, das war schon immer in mir, das hab ich wohl von meinem Vater geerbt. Aber ich weiss, du sprichst auf meinen Beruf an. Ja, das ist eine solche Feinarbeit, und den ganzen Tag bist Du über der Arbeit gekrümmt – da habe ich einfach Rückenschmerzen bekommen. Und das Laufen hat mir diese Schmerzen genommen, das war eigentlich das einzige ! DieWirbelsäule kam wieder in Balance, und alles war gelockert danach. Das braucht man einfach nach so einem Arbeitstag !!

Ich habe viel über diesen Beruf nachgedacht. Aber der Gedanke, immer über diesen Mündern zu sein und da rein zuschauen, löst doch einen gewissen Ekel be i mir aus…
Pia: Das denke ich mir. Aber jeder Mensch hat seine Zähne und hängt auch irgendwie daran. Die Zähne und der Mensch, das ist eine Symbiose. So wie er lebt, hat er auch seine Zähne. Wenn du frisch von der Schule kommst, denkst du immer, da muss alles plaquefrei und perfekt sein – aber mit der Zeit merkst du, so kommt man nicht weiter. Man muss langsam daran gehen und mit jedem Menschen versuchen, an das für ihn bestmöglichste heran zu kommen. Dann geht’s. Dann ist es auch mir eine Befriedigung – andernfalls wäre ich den ganzen Tag frustriert, wenn sie nie das machen was ich will.

Aber gibt es nicht Situationen, in denen man sich wirklich ekelt?
Pia: Also es sind arme Leute, die so kommen. Und wenn sie schon mal kommen und auf den Stuhl sitzen, dann muss man ihnen helfen !! Ich hab ja mal ein halbes Jahr im Bündnerland gearbeitet. Da hatte ich eine Patientin, die hatte so dicken Zahnstein, die hat sich sehr geschämt dafür. Und wenn du so jemandem helfen kannst, dass er sich wieder getraut den Mund aufzutun, dann gibt es nichts Schöneres. Also, je mehr Zahnstein, desto besser…. ;-))

Was macht für Dich denn die Faszination an den Zähnen aus?
Pia: Das ist schon der Mensch an und für sich. Ich habe Patienten, die schon 20 Jahre kommen – oder auch wenn man neue Patienten hat, die wieder zu motivieren ihre Zähne zu pflegen – und zu sehen, wie sie über ihre Zähne wieder mehr Lebensfreude bekommen !! Man kann über die Zähne viel über den Zustand des Menschen ablesen. Die Zähne sind fast das kleinste Detail vom Körper und das kleinste zu pflegen. Die Leute wissen meist wie und machen es trotzdem nicht. Eigentlich ist es eine „quantité négligeable“, aber gleichwohl ist es sehr wichtig. Die Leute müssen sich ja durchbeissen im Leben – es hat schon viel damit zu tun. Und es gibt ja auch den Spruch „auf dem Zahnfleisch gehen“ – wenn es einem schlecht geht, überträgt sich das wirklich auch auf die Zähne.

Ja, das merke ich sehr. Also nicht im Sinne der Pflege – ich pflege meine Zähne schon sehr anders, seit ich be i Dir in Behandlung war !! Aber mein Zahnfleisch verändert sich enorm, wenn es mir nicht gut geht, ich z .B. erkältet bin oder auch völlig erschöpft. Und das unabhängig von der Zahnpflege !!
Pia: Ja, das ist zu grossen Teilen auch hormonell bedingt. Ich denke auch gerade an Leute mit Burn-out-Syndrom…. Und vieles ist abhängig von der Konstitution. Es gibt Leute, die ihre Zähne sehr schlecht pflegen und doch nie etwas haben. Die haben eine so gute Allgemeinkonstitution, die sind auch sonst nie krank. Die wirft auch nichts um. Andere wiederum haben ein Häuchlein von irgendetwas, und schon sind auch die Zähne betroffen. Diese Zusammenhänge, das ist das spannende am Beruf.

Da klingt alles sehr interessant und erschliesst einem die Welt der Zähne ganz anders !! Von den Zähnen über Beissen – Durchbeissen – zurück zum Laufen: hast Du für dieses Jahr bereits Wettkampfziele ?
Pia: Anfangs Mai gehe ich mit Andi und Graziella an den Maratona del Custoza in Oberitalien. Andi hat so davon geschwärmt – und ich konnte ihn um den Finger wickeln, nochmals zu gehen ! ;-)) Ende Mai mache ich den Mittelrheinmarathon bei Koblenz. Und wenn alles gut geht, möchte ich den Bündner Marathon wieder machen, der dieses Mal nicht aufs Rothorn geht, sondern auf den Piz Scalottas, weil die Rothornbahn gerade in Revision ist. Dann wieder Saarland- Hundsrück. Und dann ist Mitte Juli, und für die zweite Hälfte das Jahres schauen wir noch….. Gardasee wäre eine Option, und am Basler Run to the Beat werde ich den 5h-Pacemaker machen. Dann schauen wir weiter.

Das ist jedenfalls nicht nichts… Du hast vor einiger Zeit begonnen, am Wochenende selbständig Long joggs zu organisieren. Ich finde das ganz toll. Auch beiden Antispeck-Trainings zwischen bist Du jeweils sehr aktiv als Leite rin und machst soviel für den Verein – was bedeutet Dir der LSVB ?
Pia: Es ist eine gute Stimmung im Verein. Und ich habe auch Vertrauen in den Vorstand. Und es ist halt sehr schwierig in so einem Verein – man muss alles abdecken. Alle haben Bedürfnisse. Da sind die Hobbyläufer – auch die haben gewissen Ambitionen, wollen an Wettkämpfen teilnehmen und ihre Resultate bringen – und dann ist da die Elite – und diese Spannweite muss unter einen Hut gebracht werden. Und bei diesem Vorstand habe ich den Eindruck, die arbeiten gut zusammen, arbeiten Hand in Hand. Und darum finde ich, was in meiner Möglichkeit steht, möchte ich gerne beitragen zum guten Gelingen und zur guten Stimmung. Und wenn es ästimiert wird, dann macht es auch Spass. Oder ich denke daran, was jetzt Adrian und Hansjürg für den Marathon machen, alles freiwillig – das ist ein „Sauchrampf“ ! Toll finde ich die vielen verschiedenen Leute – aus allen möglichen Berufsgattungen, aus allen Altersstufen… es gibt viele interessante Leute, und man kann immer wieder etwas lernen und etwas für sich herauspicken. Ich habe auch sehr gute Freunde gefunden, mit denen ich mich auch ausserhalb des Vereins regelmässig treffe.. Sehr gespannt bin ich aufs Jubiläumsfest im Juni und freue mich darauf !!

Bist Du also rundum zufrieden mit dem Verein, oder gäb’s da doch Punkte, die Bedarf für Veränderung aufweisen?
Pia: Bei den Gruppeneinteilung gibt es öfters Unstimmigkeiten – den einen ist es zu schnell, den andern zu langsam…. Heute finde ich, es gibt so viele Gruppen, jeder hat die Möglichkeit, sich mit jemandem zu finden. Da muss man nicht stur sein. Ich finde es gut wenn sich die Gruppe teilt, so dass die, die mehr mögen, auch auf ihre Kilometer kommen. Eine gewisse Flexibilität sollte man schon mitbringen, und manchmal hab ich den Eindruck die fehlt ein wenig. Wenn sich halt auch mal eine 2er- oder 3er-Gruppe absetzt, die sich tempomässig gefunden hat, dann sollte das auch möglich sein – das sollte auch niemand persönlich nehmen.. Wichtig ist, dass immer ein paar zusammen laufen. Ansonsten sollte man den Vorstand unterstützen, geradeheraus sagen (und nicht hintendurch), was einem nicht passt, aber eben auch das äussern, was man gut findet !! Auch für den Marathon sollten alle im Verein miteinander schaffen, noch mehr Reklame machen, die Flyer verteilen etc.. .Ich hoffe sehr, dass der Marathon, wie der Stadtlauf, zu einem Aufhänger wird, um den Verein noch bekannter zu machen. Beim Stadtlauf kommen eher die Leute, die halt mal 5.5 km laufen wollen – aber jetzt sind v.a. durch auch die Impulse von Rainer neue Leute dazu gekommen, die andere Ambitionen haben, und die müssen auch eine Plattform erhalten.

Da können wohl alle nur einstimmen! Eine letzte Frage: Gibt es einen Leitsatz für Dein Leben ?
Pia: Ja: solange man lebt, leben,
Ja: Grosses erstreben
Ja: mit feurigem Geist
Und gleichwohl wissen, wie bedeutungslos klein das Grosse doch ist.

Pia, ich bedanke mich herzlich für Deine Gastfreundschaft und für das tolle Gespräch!!

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