Interview mit Catherine Bekdas

Portrait Catherine Bekdas Portrait Catherine Bekdas

Seit wann läufst du und wie bist du zu dieser Sportart gekommen?
Catherine: Ich laufe seit 2001. Zuvor machte ich andere Sportarten: Karate, Tai Chi, Feldenkrais und Inlineskating. Beim „Schneuggen“ in der Buchhandlung bekam ich ein Buch von einem Fitnesspapst in die Hand. Der beschrieb wie man läuft, wie man Dehnungsübungen ausführt, etc. Ich fand: „Das tönt nicht schlecht, das probiere ich auch aus!“ So begann ich jeweils am Abend nach der Arbeit eine Vitaparcoursrunde zu drehen. Ich merkte wie mir das Laufen gut tut, wie es mich nach der Arbeit entspannt. Ich hielt dieses Programm den ganzen Sommer durch, dann wurden die Runden etwas weniger häufig…

Wie kamst du zum LSVB?
Catherine: Da muss ich etwas ausholen: Mein Chef ist Vermittler von Fussballspielern. Beeinflusst von diesem sportlichen Umfeld, bekam ich Lust auch einmal an einem Wettkampf mitzumachen. Ich wollte die 10 Kilometer des Dreiläderlaufes absolvieren. Die Distanz konnte ich jedoch aufgrund von Knieproblemen nicht rennen. Dann sah ich in der Zeitung die Ausschreibung des LSVB zur Vorbereitung des Stadtlaufs und meldete mich an. Seither laufe ich im Verein, das war 2003.

Worin besteht für dich der Reiz des Laufens?
Catherine: Ich laufe, weil es mir gut tut. Körperlich, aber vor allem gibt es mir eine solide psychische Basis.

Sag uns etwas über die Trainingsgestaltung
Catherine: Wenn ich mich nicht auf einen Wettkampf vorbereite, gehe ich am Dienstag und am Donnerstag ins Training. Am Wochenende – meistens am Sonntag – laufe ich eine längere Distanz, alleine oder mit jemandem vom LSVB.

Läufst du lieber alleine oder in der Gruppe?
Catherine: Für mich ist das etwas ganz Unterschiedliches. Ich laufe sehr gerne in der Gruppe, das gibt mir einen sozialen Kontakt. Durch Gespräche und durch das Aufgehobensein in der Gruppe, ist es einfacher weite Distanzen zu laufen. Aber nur wenn ich alleine laufe, komme ich in Kontakt mit mir, dem Bewegungsablauf und der Natur, in der Gruppe bin ich davon abgelenkt.

Wie viele Kilometer läufst du pro Jahr?
Catherine (lacht): Ich wusste, dass diese Frage kommt! Das sind knapp 2000 Kilometer im Jahr.

Führst du Buch darüber? Hast du ein Lauftagebuch?
Catherine: Nein, ja. Also wenn ich mich auf einen Wettkampf vorbereite schon, aber sonst nicht.

Woran denkst du beim Laufen?
Catherine: Mein Ziel ist es, gar nichts zu denken.


Catherine: Das ist sehr schwierig, weil ich meist direkt von der Arbeit ins Training komme. Der Kopf ist dann noch voller Gedanken. Auch wenn ich alleine laufen gehe, merke ich, dass es schon eine gewisse Distanz braucht, bis ich dem Ziel, nichts zu denken, näher bin.

Läufst du manchmal mit Musik?
Catherine: Nein, das habe ich noch nie versucht.

Würde dich das reizen?
Catherine: Wenn mir jemand einen Player und Kopfhörer in die Hand drücken würde, würde ich es gerne auszuprobieren. Wer weiss, vielleicht wäre ich dann total begeistert.

Welches sind bis heute die speziellen Ereignisse im Verein?
Catherine: Für mich ist alles speziell. Jedes Training ist speziell. Man trifft immer wieder neue Leute, hat ein Gespräch mit jemandem, wechselt ein paar Worte hier und dort oder spricht gar nicht; das gefällt mir. Ich war in Mallorca, im Wintertraining in Ettenheim und an den Sommerlauftagen am Schluchsee, diese Trainingslager sind sehr schön. Für mich ist es jeweils eine Herausforderung, solange in einer Gruppe zu sein.

Was sind deine sportlichen Höhepunkte?
Catherine: Der erste Höhepunkt war der der Transviamala, das ist ein 19Kilometer langer Lauf mit 750 Höhenmetern und 589 Steinstufen im Graubünden, welchen ich im 2004 machte. Auf diesen Lauf hatte ich mich alleine vorbereitet und das hat mir sehr viel Befriedigung gegeben.

Wie kamst du auf diesen Lauf?
Catherine: Als ich von den Trainingstagen in Mallorca zurückflog, las ich ein Laufmagazin. Darin stiess ich auf diesen Lauf und wusste, dass ich den machen will. Der nächste Höhepunkt für mich war der Halbmarathon in Freiburg. Dieser Wettkampf fand dieses Jahr im April statt, und lief mir supergut. Ich ging ganz ohne Erwartungen hin und war überrascht wie schnell ich laufen konnte, es war als ob sich im Körper etwas gelöst hätte und ich lief und lief und konnte das Tempo bis am Schluss beibehalten, das war super.

Was ist für dich das Besondere an einem Wettkampf?
Catherine: Ich brauche den Wettkampf, um über meine Grenzen hinauszugehen. Es werden Leistungen möglich, die ich nie gedacht hätte.

Was ist deine Motivation fürs Training?
Catherine: Eigentlich brauche ich keine Motivation. Bei mir gehört das dazu. Ich überlege mir gar nicht, gehe ich oder nicht ins Training. Es ist automatisch, wie zum Beispiel am Morgen aufzustehen.

Welche Punkte sollte der Verein unbedingt weiterführen?
Catherine: Alles! Man merkt, dass dieser Verein Tradition hat und das schätze ich. Ich finde das sehr positiv.

Keine Kritik? Sachen die man optimieren könnte?
Catherine: Nein. Ich habe eher Mühe mit Neuerungen und Veränderungen. Wenn plötzlich das Einturnen abgeschafft wird, passt mir das nicht so ganz. Ich habe den LSVB so kennen gelernt und für mich stimmt er so.

Es gibt laufend Veränderungen, das ist unumgänglich.
Catherine: Ja, das ist klar und das muss ich auch akzeptieren.

Was ist deine Meinung zum Internet und zum Vereinsheft?
Catherine: Ich finde beide sehr gut.

Was benutzt du persönlich?
Catherine: Ich schaue öfters im Internet nach. Wenn ich das Helft gelesen habe, frag ich mich immer, ob ich es aufbewahren oder entsorgen soll. Es tut mir leid, es wegzuwerfen.

Du kämst gut ohne Heft aus?
Catherine: Ja, ich käme ohne gut zurecht.

Was hast du dir für dieses Jahr vorgenommen?
Catherine: Ich habe noch keine Pläne. Nach einer sechswöchigen Pause schaue ich, wo ich momentan stehe. Längerfristig möchte ich einen Marathon machen. Das muss aber nicht in diesem Jahr sein.

Was hast du für Hobbys?
Catherine: Nicht mehr viele… (lacht)

Sämtliche Freizeit geht fürs Laufen drauf?
Catherine: Nein, ich pflege meine sozialen Kontakte, ich lese gerne, besuche gerne das Kino oder Theater und besuche meine Eltern. Ich habe aber kein Hobby, von dem ich behaupten kann, dass ich es intensiv verfolge.

Was ist mit den andern Sportarten, die du früher ausgeübt hast?
Catherine: Ab und zu gehe ich skaten oder reiten. Ich mache auch Pilates, was jedoch als Aufbau des Körpers fürs Laufen dient.

Was möchtest du sonst noch sagen?
Catherine: Eine Story, an die ich immer wieder denken muss. Einer meiner Lehrer gab uns an der Maturfeier den guten Tipp: „Tretet einem Verein bei.“ Ich fand das damals ausgesprochen doof. Und heute – 25 Jahre später – bin ich in einem Verein und merke, dass es mir sehr kostbar ist, Mitglied des LSVB zu sein.

Merci Catherine für das Gespräch

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