Herbstbummel 2017

Bericht verfasst von Margrit Rohrbach

Ischlag, Richtiflue, Blümlisalp, Gagsen, Esel… Wie bringe ich diese Örtlichkeiten alle unter einen Hut, und das auf einer 10km langen Wanderung? Dies war meine erste Herausforderung, welche ich mir bei der Planung des jährlichen Herbstbummels selber gestellt hatte. Die zweite kam von einem Teilnehmer, welchem es im letzten Jahr zu viele Asphaltwege hatte. Ja, ja, alle wollen zurück zur Natur, nur keiner zu Fuss…

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt… Als ich die vorgenannte Wanderung abmarschierte wurde mir klar, dass dies für unsere Wandergruppe eine Nummer zu gefährlich da zu felsig war – musste ich doch einkalkulieren, dass es am Herbstbummel regnen könnte und nicht alle Teilnehmer über genügend Trittsicherheit verfügen. Also zog ich Plan B und C aus dem Ärmel… Plan B über den Rehhag zum Chilchzimmersattel oder Plan C, die „sanfte Tour“ mit dem Jägerweglein. Der Rehhag schied aus demselben Grund aus wie der Weg hoch auf die Richtiflue – zu gefährlich. Blieb also das Jägerweglein bei Reigoldswil…

Die Luft riecht würzig, der Miststock dampft noch, der Hahn ist um diese Zeit schon verstummt. Die Gedanken an eine endlose Parkplatzsuche, verspätete Trams und gesperrte Strassen verblassen langsam. Ausgestattet mit Wanderstöcken, wirft der eine oder andere LSVBler einen letzten sehnsüchtigen Blick zur bequemen Gondel (die man auf die Wasserfallen hätte nehmen können): alle Herbstbummler entscheiden sich für den Aufstieg zu Fuss. Der Jägerpfad ist unser knackiges Warm- und Einlaufen und der natürliche Feind aller Stöckelschuhe. Mit seinen gegen 400 Treppenstufen, romantischen Wasserfällen, überhängenden Felsformationen und einigen Brücklein, senkt er sich dem Lauf der Frenke entlang zu Tal.

Beim „Schelmenloch“, der Legende nach Aufenthaltsort einer Mörderbande im 16. Jahrhundert oder nach anderer Überlieferung Versteck von zwei Wegelagerern warten wir, ob sich schon ein LSVB-Schelm abgesetzt hat. Entwarnung – keiner gibt sich eine Blösse. Kurz hinter der Wasserfallen dann die Feuerstelle mit Sitzbänkchen und Tischen… normalerweise einladend zu einer Verschnaufpause mit Apéro. Wir trotzen der steifen und kalten Brise die aufgezogen ist, mummen uns in warme Kleider und suchen in der nahen Hütte – leider ohne Türe, deshalb Villa „Durchzug“ – Schutz.

Der Apéro wird mit Selbstgebackenem von mir, Biberli und Magenbrot (Messevorgeschmack) von Reini sowie Spekulatius (Weihnachtsgebäck) von Tatjana aufgewertet. Auflistung gemäss Jahreszeitenverlauf oder – welch ein Zufall – auch in alphabetischer Reihenfolge der Vornamen. Glühwein könnte man übrigens in die Planung des nächsten Jahres miteinbeziehen, denn die Finger frieren beinahe an den kalten Zinnbechern fest.

Es sind etwa 535 Höhenmeter, welche wir auf 4.5km überwunden haben. Von nun an geht’s bergab Richtung Bergrestaurant Waldweid, wo einige ihre Schritte merklich verlangsamen. „Reicht die Zeit für einen Kaffee oder Tee???“ Bekannt für meine direkten Antworten erhalten die Fragenden
2 Möglichkeiten: Entweder Kaffee/Tee und nachher runterseckeln oder keinen Kaffee/Tee und dafür gemütlich marschieren. Kommentarlos machen sich alle auf den Weg nach Waldenburg… Was lernt man daraus? Klare
An- und Durchsagen erübrigen weitere Diskussionen.

Waldenburg, der Endpunkt unserer Wanderung, liegt am oberen Ende des Waldenburgertals oder, wie andere Quellen angeben, im Vorderen Frenketal. Sei’s drum. Nach kurzer Besichtigung des mittelalterlichen Städtchens mit seinem Stadttor – welches man bei der Durchfahrt mit dem Auto kaum bemerkt – trollen wir uns zum Rest. Leue. Das feine Nachtessen vertreibt auch beim grössten Gfrörli die Kälte und ein wohliges Gefühl macht sich bei allen breit.

Das legendäre Waldenburgerli – leider nicht mehr der alte Dampfzug, der zum 100. Dienstjubiläum zum letzten Mal so richtig einheizte und damit seine historische Epoche beendete – ruckelt uns zurück nach Liestal, wo sich unsere Wege trennen… Regionalzug, S3, Auto für die weitere Heimfahrt…

Liebe Mitwanderer, es war unterhaltsam und gemütlich mit euch den Tag zu verbringen, auch wenn diesmal nicht so viele dabei waren.

2 Comments

  1. Liebe Margrit,ich gratuliere dir zu diesem originellen, jedoch umfassenden Bericht über den hiesigen Herbstbummel.Du hast dir nicht nur Mühe gegeben, die Wanderung zu planen, so auszuschreiben, wie wir es von dir gewohnt sind, nein, du hast auch keine Mühe gescheut, den Bericht gleich selber abzufassen. Das verdient höchste Anerkennung.
    mit herzlichen Grüssen. Reini

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