Gondo Marathon

10./11. August 2019

Bericht verfasst von Brigitte Buess

Eine neue Erfahrung oder ein Lauf für Verrückte?

„2 x 42 km und 4200 Höhenmeter in einer grandiosen Passlandschaft und meist auf Singletrails“. So steht es in der Ausschreibung geschrieben … und es stimmt!

Eine Bemerkung am Grenchenberglauf zu Gondo und dann diese kurze Nachricht von Christoph Schori: „Habe seit gestern Abend eine Mittelfussfraktur – willst du meinen Gondo-Startplatz?“,  die ich Mitte Juli erhalten habe und schon war die verrückte Idee, diesen Lauf mitzumachen, geboren. Eigentlich wollte ich ja zuerst den Transalp 2019 überstehen, bevor ich etwas in dieser Richtung ins Auge fasse.

Aber 1. kommt es anders …

Gestärkt durch die Transalp-Woche startete ich am Freitag zusammen mit Toni die Reise ins Wallis zu unserem Hotel in Ried-Brig (Zielort 1. Tag). Dort haben wir uns mit Dätti, Christoph und Betina, die uns am 1. Tag betreut hat, getroffen.

„Es regnet! Und beim Start in Gondo wird es auch noch regnen!“ Keine aufbauende Aussicht als Begrüssung zum Frühstück, fast noch mitten in der Nacht. Aber das Wetter hat es gut mit uns gemeint. Bei der Ankunft am Startort Gondo war der Regen vorbei und mit dem wolkenverhangenen Himmel herrschten perfekte Laufbedingungen. Einzig die Aussicht hat darunter gelitten. Auf der schönen Strecke via Gabi, Simplonpass zum Bistinepass auf 2’417 m ü.M. verschwand teilweise der Läufer rund 50 Meter weiter vorne im Nebel.

Dank der guten Streckenmarkierung war dies aber kein Problem. Verlaufen kann man/frau sich trotzdem – einen Moment nicht aufgepasst und schon gibt es ein paar zusätzliche Meter zurück zum letzten Wegweiser.

Das ganze Rennen war perfekt organisiert. Sogar auf dem Bistinepass nach rund 24 km standen die Leute vom Verpflegungsposten in der Kälte, um uns warme Boullion anzubieten. Der höchste Punkt war überstanden und die nächsten paar Kilometer hiess es runter laufen.

Kurz vor dem Ende der ersten 42 Km stand noch eine Abkühlung bevor, auch wenn dies temperaturmässig gar nicht nötig war. Es galt die Saltina – gesichert durch die Feuerwehr – zu durchqueren. Auf meine Bemerkung „nun kommt das Schlimmste“, bevor das Wasser mir bis zu Oberschenkel gestiegen ist, hat der Feuerwehrmann nur gelächelt und verneint. Ein paar Meter nach dem Fluss wusste ich wieso. Es galt noch eine Distanz von rund 300 Meter fast direttissima zu bewältigen.

750 Meter vor dem Ziel wartete schon Toni um mich bis ins Ziel zu begleiten – Danke für die Unterstützung!  Da er so schnell war, wurde für ihn das Warten schon fast zur Geduldsprobe.

42 km, 2000 Höhenmeter und 7 Stunden unterwegs, das Abendessen war verdient.

Am 2. Tag haben wir läuferisch noch Unterstützung bekommen. Pia (Gondo Running) und Betina (Gondo Plausch) haben sich die 28 km Strecke vorgenommen und so schnell absolviert, dass Pia schon im Zug nach Hause war, als ich endlich das Ziel erreicht habe.

Nachdem es am 1. Tag die Höhenmeter mehrheitlich am Stück zu bewältigen galt, war der 2. Tag eher eine Berg- und Talfahrt.

Ein vollkommen anderer Weg zum Simplonpass – diesmal mit Sonnenschein – und von dort auf der Strecke vom Vortrag runter nach Gabi (Ortsteil der Gemeinde Simplon). Hier wollte ich schon die bekannte Strecke nach dem Verpflegungsposten weiterlaufen, wurde aber von den Streckenposten in eine andere Richtung geschickt. Es galt, auf knapp 3 km, nochmals rund 650 Höhenmeter zum Furggupass zu bewältigen. Mein Gedanke, jetzt hoffentlich nur noch runter, war falsch. Runter ging es nur bis zum nächsten Aufstieg, der aber zum Glück wesentlich kürzer war. Und dann wieder runter zum letzten Verpflegungsposten, wo ich Christoph – der mich am 2. Tag schon nach den ersten Kilometern abgehängt hat – gerade noch gesehen habe bevor er wieder davon ist. Bis hierher geschafft, also der Rest geht auch noch, obwohl die letzten 4 km weiterhin ambrüf und ambri gingen.

Endlich die Tafel: noch 1500 Meter, 7 ½ Stunden liegen hinter mir.

Toni hat die 2 Tage in einer sensationellen Zeit von 9:27 gemeistert und sich damit den 2. Rang auf dem Potest redlich verdient.

Chapau und Gratulation!

Zusätzlich gab es auch noch eine Teamwertung. Das Team „Tresis Alptraum“ alias LSV Basel hat auch hier mit den 3. Rang einen Podestplatz erreicht.

Ein Laib Käse für das Team "Tresis Alptraum" (Christoph, Toni, Dätti und Team-Captain Tresi)

Ein Laib Käse für das Team „Tresis Alptraum“ (Christoph, Toni, Dätti und Team-Captain Tresi)

… Und 2. als man denkt.

Der Doppelmarathon ist überstanden und für mich ein wirkliches Erlebnis. Ich habe vorher nicht gedacht, dass ich diese beiden Tage unter 15 Stunden bewältigen kann. Ob es ein Lauf für Verrückte oder einfach eine super Herausforderung ist? Ich habe die Antwort noch nicht. Aber was ich weiss: Eine neue Erfahrung war es auf alle Fälle!

2 Comments

  1. Solche Berichte, erfreuen einem und machen Spass zum lesen. Bravo, super Leistung.

  2. Super Bericht! Danke für die netten Worte und dir auch Chapeau! Das ist eine rechte Herausforderung!

    LG

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