Gondo-Event

Auf den Spuren des Stockalpers

„Gondo? – Das ist doch das Dorf, wo … [Pause] „, erinnert sich dieser und jener, dem man vom Gondo Event berichtet.

Und der Gondo-Event entstand zum Gedenken an die Katastrophe, zur Belebung des abgelegenen Bergtals und um dem kleinen Schweizer Grenzort Abwechslung zu bringen. Gondo-Event, das heisst 2 Marathons à 2000 und 1900 Meter Höhendifferenz an zwei aufeinanderfolgenden Tagen.

Am Start, die Untersektion des Laufsportverein Basel mit dem bewährt-beknackten Namen „Sportgruppe Tornado“. Allerdings schleppte unser Team dieses Jahr nicht mehr die schwerstarbeitenden 90 Kilo von Reto über die Pässe, sondern die pragmatischen 45 von Graziella. Trotz effizienterer Gewichtsverteilung reichte es der „Sportgruppe Tornado“, wie letztes Jahr, nur zum fünften Schlussrang. Zwar nicht schlecht, aber wieso Graziella und Adrian – jeweils Gesamtrang 3 bei Damen und Herren (Adrian bei den Herren) – keinen besseren Gruppenrang herausliefen, bedarf vom technischen Verleider noch weiterer Abklärung zwecks Aufklärung.

Das Feuerwerk der landschaftlichen und historischen Höhepunkte beginnt bereits in der Minute von Organisator Schmidhalters Startkommando. In Sichtweite zur italienischen Grenze wird der mittelalterliche Stockalperturm – ehemaliges Lager-, Handels- und Verwaltungsgebäude mit Herberge – passiert. Im Jahr 2000 wegen den Unwetterschäden vom Einsturz bedroht, fällt heute beim Vorbeilaufen fast keinem die restaurierte Westseite auf.

Der Stockalperturm in Gondo: gelungene Kombination historischer Bausubstanz und moderner Architektur nach dem Wiederaufbau.

Der Stockalperturm in Gondo: gelungene Kombination historischer Bausubstanz und moderner Architektur nach dem Wiederaufbau.

Ein paar Meter hinter der Ortstafel sieht man schon bald keinen Himmel mehr, so schmal wird die Schlucht. Das Tal scheint oben enger zu sein als unten. Eindeutiger Fall: beidseitig überhängend. Schlussendlich ist es völlig finster. Der Weg verläuft nämlich unterdessen im Berg, durch eine alte Armeefestung. Hier warteten die eidgenössischen Weltkriegssoldaten, hoffend dem Mussolini eine vor den Latz brennen zu können.
Spärliche Beleuchtung. Ein altes Artilleriegeschützes steht im Gang, lauert – mangels realistischem Feindbild – mit seinen Ecken und Kanten auf Kniescheiben nachtblinder Erlebnisläufer.
Es werde Licht und es wurde. Wieder draussen führt der Weg zwischen den Abgründen über Stege, Single Trails, Treppen, der Doveria entlang zur Ortschaft Gabi. Danach säumen Bergbauernbetriebe den Stockalperweg zum intakten historischen Ort Simplon-Dorf und weiter zur Passhöhe.

Kurz vor dem Simplon steht das hundert Meter lange Alte Hospiz und daneben erhöht das Alte Spittel – der Stockalperturm. Des Schreibers Bericht ist an dieser Stelle akkurat, auch wenn schon in Gondo vom Stockalperturm die Rede war. Wir sind bekanntlich auf dem historischen Stockalperweg unterwegs. Der Grosse Stockalper hat diese Route im 17. Jahrhundert ausgebaute, Postlinien betrieben und Herbergen, Stallungen, Lager- und Geschäftshäuser errichtete. Und dieser und jener Turm war halt auch in seinem Inventar.

Das Alte Hospiz (Barall-Hüüs) und das Alte Spittel (Stockalperturm) auf dem Simplon

Das Alte Hospiz (Barall-Hüüs) und das Alte Spittel (Stockalperturm) auf dem Simplon

Der mitdenkende Leser zweifelt beim Betrachten der Bilder an des Stockalpers Einfallsreichtum, weil dessen Getürm am Simlpon dem in Gondo ähnelt. Nichtsdestotrotz zu unrecht, denn der „König vom Simplon“ hatte sehr wohl und vor allem viel Fantasie, was mit Bildern seiner dritten Hütte eindrücklichst bewiesen werden kann.

Stockalperpalast in Brig (der Gondo-Läufer kriegt ihn aber nur zu Gesicht, wenn er abends mit der Gattin nach Brig zum Shoppen muss)

Stockalperpalast in Brig (der Gondo-Läufer kriegt ihn aber nur zu Gesicht, wenn er abends mit der Gattin nach Brig zum Shoppen muss)

Bei der Fahnenstange auf der Simplon Passhöhe ist noch längst nicht „Ende der Fahnenstange“. Sehr wohl führt hier der Stockalperweg wieder ins Tal – nicht so der Gondo-Event. Letzterer weicht nämlich von Ersterem ab und steigt weiter auf abwechslungsreichen und schwierigen Single Trails. Durch unberührte Natur, wenn nicht drei, vier Blödmänner ihr Revier mit Pappbechern markieren und diese in die Geographie schmeissen täten – … durch fast unberührte Natur also, steigt der Weg auf 2661 Meter zum Bistinenpass.

Oben verschwindet die Bewölkung sukzessive im Nebel.
Aber nach dem Überschreiten des Kulminationspunktes vernebelt sich der Nebel schon wieder. Ich sichte freie Sicht. Spurte ins Nanztal hinunter.
„Ohä!“ Leichte Spannung in den Arschbacken – eindeutiges Indiz von Muffensausen – bestätigt: „Eigentlich war es im Nebel gemütlicher!“
„Hallo?“ Im Nebel sah man nämlich keine bodenlosen Abgründe. Das Nanztal ist eine Schlucht von einer Schlucht – Tal ist schlichtweg gelogen! Zwar nicht so eng wie die Gondo-Schlucht, aber unanständig tief.

Da! Eine hölzerne Fachwerkbrücke. 30 Meter lang. Sie führt möglicherweise über einen Bach, wissen tut man das nicht, denn 100 Meter tiefer unten ist ein Knick im Fels und verhindert Blicke auf Schlimmeres.
Eine Fachwerkbrücke? Fachwerkbrücken sind doch selbsttragend. Diese anscheinend nicht, sie hängt an vier zusätzlichen Stahlseilen, die an Hosenträger erinnern. Doppelt gemoppelt!
„Wie kann ich einem Mann trauen, der seinen Hosenträgern nicht traut?“, fragt Henry Fonda in „Spiel mir das Lied vom Tod“ den Halunken der trotz Hosenträger noch einen Gürtel trägt. Eine rhetorische Frage, die Antwort gibt’s per Revolver.
Und wie kann ich einer Brücke trauen, die an Hosenträgern hängt? Ohne Revolver kann ich nicht einmal dem OK-Präsi die Antwort abnehmen, wenn ich ihn im Ziel treffe, falls die Brücke halten sollte.

Diese und ähnliche Gedanken begleiten die Läufer Richtung Saltina-Schlucht, wo 2 Kilometer vor dem Ziel die Saltina durch eine Furt durchquert wird. Dieser Bach überschwemmte 1993 Brig zwei, drei Meter hoch und verwüstete die Altstadt. Aber heute gelang es sogar einigen LäuferInnen mit trockenen Socken ans andere Ufer zu klettern. Ein Qualitätsverlust beim Gondo Event ’06! Letztes Jahr war hier knie- bis hüfttiefes waten gefordert.

Bachdurchquerung: fachmännisch... und stümperhaftes Vorgehen!... zum Vergleich: am 30.7.05

Bachdurchquerung: fachmännisch… und stümperhaftes Vorgehen!… zum Vergleich: am 30.7.05

Die Schuhe bereits voll, kriegte ich kurz nach der Saltina noch die Schnauze voll: der steilste Anstieg des Tages, wenn auch nur kurz. Die kurze Kürze ist allerdings unverhältnismässig zur Winkelneigung des Neigungswinkels, drum ist es überhängend! Das Darben nach Finisher-Bieren wird noch grösser, aber nicht mehr für lange. Oben sieht man das Dorf Ried-Brig. Das Ziel ist so gut wie erreicht.

In Ried-Brieg ist dann auch der Start des zweiten Marathons, wo es am folgenden Tag, auf anderer Route und schon gar nicht auf direktem Weg, zurück Richtung Simplon geht.

Beim Verlassen der Ortschaft treffen wir wieder auf den Stockalperweg, von dem wir gestern vor Bistinen abwichen und steigen gegen … g’en den Himmel stiegen wir. Wir kletterten auf anderthalb Kilometer 250 Höhenmeter den Schallberg hoch. Oben wird vom Stockalperweg abgebogen und den Talweg entlang ins Gantertal gestolpert. Unter der monumentalen Ganterbrücke hindurch, bis ganz hinten ins Tal zum Schwung holen (den man nicht kriegt), um nach Rothwald hoch zu laufen.

Diese Gegend und die Ganter-Brücke kenne ich von früher, vom Motorradfahren. Aber damals, am Lenker festgebissen gab’s keine Zeit für beschauliche Seitenblicke. Reissen am Gaskabel und ständiger Kampf gegen Gravitation und Zentrifugalkraft verursachte – wie heute das Laufen – Schweissausbrüche, denn es war nicht immer eindeutig, wer Herr über den Schwerpunkt meines Böschungshobel bleiben würde: ich oder die Erdanziehung. Nur, damals war das Schwitzen mit erheblich weniger Anstrengung verbunden.

am Schallberg: "Der Berg ruft!" Ganter-Brigga: Sie gilt's zweimal zu "unterqueren", anstatt einfacher, kürzer und schneller zu überqueren, wofür sie eigentlich gebaut wurde.

am Schallberg: „Der Berg ruft!“ Ganter-Brigga: Sie gilt’s zweimal zu „unterqueren“, anstatt einfacher, kürzer und
schneller zu überqueren, wofür sie eigentlich gebaut wurde.

Rothwald liegt schon ziemlich weit oben am Simplon und anstatt weiter zum Pass, geht es wieder tief in die Schlucht zur Taferna hinunter, da stossen wir von neuem auf den Stockalperweg. Kaum am Bach angekommen steigt es abermals und liederlich. Man staunt über die Säumer, die jahrhundertelang diesen Weg täglich – die Schmuggler nächtlich – mit ihrem Bagage zurücklegten.
An der Taferna war früher eine Taverne, wo die sagenumwobene Johanna Fy wirtete. Das Philosophieren, ob jetzt der Bach nach dem Wirtshaus benannt wurde oder nicht, endete schlagartig, als ich bei der Recherche über folgenden Vers stolperte:

Ich heissu Johanneli Fy
Bi zer Taferna Wirti gsy
Hä Wasser üssggä fer Wy…
[Ich heisse Johanna Fy – War die Wirtin zur Taferne – Verkaufte Wasser für Wein … ]

„Ohä!“
Auf Wasenalp, in Rothwald, auf dem Simplon, in Brig und Gondo studierte ich erfolgreich das Konsumverhalten der einheimischen Bevölkerung beim geselligen Beisammensein und kam nicht überrascht zum Schluss, dass es ein Sakrileg ist dem Walliser Wasser ins Weinglas zu kippen und zweitens ist es äusserst ungesund (für den Wirt ungesund – wohlgemerkt!).

Die Bestätigung folgt postwendend: „Hä Wasser üssggä fer Wy … Müös jetz in de Chaltu Wassru sy!“, endet der Vierzeiler [Verkaufte Wasser für Wein … Muss jetzt im kalten Wasser sein].
Klartext: Wer im Wallis Wein panscht wird mit einem Rucksack voll Walliser Granit in den Bergbach geschmissen.

Das Verhältnis zwischen Distanz und Höhenunterschied bis zum Simplonpass (auf 2006 Meter) stimmt mittlerweile nicht mehr überein, was mit nicht unerheblicher Zunahme des Anstieges kompensiert wird. Im Zickzack werden die letzten zwei Kilometer zum Pass hoch gehechelt.

Von der Passhöhe geht der Parcours wieder zu den Wahrzeichen des Simplons: zum Barral-Hüüs (Altes Hospiz) und am Stockalperturm vorbei. Einige Kilometer führt der Single-Trail über das wunderschöne Hochtal, durch nadelbebäumte Wälder, an Alphütten und Kuhweiden, Kuhhütten und Alpweiden vorbei. Ein kleiner Umweg auf Asphalt sorgt, dass im Ziel die Marathondistanz erreicht werden wird, bevor es in der pittoresken Ortschaft Simplon-Dorf etwas vom Verpflegungsposten gibt.
Bald nimmt das Gefälle wieder zu; wir nähern uns der Gondo-Schlucht. Trotzdem, der Abstieg nach Gabi ist problemlos. Der Abstieg nach Gabi – nach der Ortschaft „Gabi“ ist gemeint – und nicht etwa: ab der Gabi gestiegen! Meine unmissverständliche Ausdrucksweise ist insofern begründet, weil ich in Sachen Gabi einschlägig vorbelastet bin.
Meine Mutter hat sich damals – für den Fall der Fälle – den Mädchenname „Gabi“ ausgeheckt. Trotzdem, als ihr die Hebamme bestätigte, dass der regelmässige Puls des Ungeborenen auf die bevorstehende Geburt eines Töchterchens schliessen lässt (Ultraschall war damals verpönt oder noch nicht erfunden – jedenfalls nicht verfügbar), dachte sie prompt: „Auch das noch!“
Der Entbindungsarzt wird sich gedacht haben: „Regelmässiger Puls hin oder her! … Es hängt ein Zipfel dran!“
Gabi wurde Andreas getauft.
So! Damit Mutters Wunschmädchenname dennoch zum Zug kam – ich kriegte nur noch zwei Brüder – wurde unser Dackel Gabi getauft (kein Witz!).
Doch, es kommt noch besser! Ich heiratete. Und zwar die Gabi. Nicht den Dackel! Sondern meine Verlobte Gabi und zum Schluss hatte unsere Mutter dann doch noch eine Gabi in ihrer Familie. Vorübergehend! Unterdessen ist der Dackel gestorben und meine Gabi ist mir abhanden gekommen und so kommt es, dass ich eventuellen Verleumdungsklagen entgegen wirke, indem ich ganz klar feststelle und fest klarstelle, dass ich nicht von, aber nach Gabi abgestiegen bin.

Natürlich nicht nur ich. Auch alle anderen stöhnten nachdem sie bei Gabi …
… den zu besteigenden Gegenhang sahen.
Bei Gabi (der Ortschaft) wartet nämlich das Dessert vom Gondo-Event: das Furggi[1].
Und es war gar nicht so einfach – wie im richtigen Leben – von Gabi loszukommen. Der Aufstieg zum Furggi ist schuld daran. Drei Kilometer und 650 Meter Höhenunterschied. Das ist so steil, dass man sich besser flach hinlegt und die Zähne des Oberkiefers in den Boden haut, um sich daran hochzuziehen, während die festgekrallten Fingernägel die Position sichern. Das sieht zwar saublöd aus, verdient aber alleweil ein ernsthaftes In-Erwägung-ziehen!
Helfen dabei tut die Kenntnis, dass es der letzte Anstieg beim Gondo-Event ist.

„Iso, Cola, Bouillon, Wasser!“ wirbt die Verpfegungs-Crew auf dem Furggi.
„Habt ihr kein Butili?“
„Ein Was?“
„Ein Butili!“
„???“

Ich verlor nicht unwesendlich Zeit, den Helfern – alles Walliser notabene – erklären zu müssen, was ein Butili ist. Ein urtypischer, Walliser Flüssigkeitsbehälter nämlich. Und zwar für Wein. Das Butili ist aus Holz gefertigt, relativ dickwandig. Das Beste daran ist, es muss dauernd benutzt werden, weil sonst das Holz austrocknet, spröde und rissig wird und folglich das Butili unbrauchbar, was wiederum einen Stich in des Besitzers Herzen nach sich ziehen täte.
An der oft heiteren Natur der Einheimischen können wir nun trefflich schlussfolgern, dass die Walliser sehr wohl wissen zum Butili Sorge zu tragen. Es regelmässig befüllen. Das Holz pflegen.

Das Butili (von la bottiglia - ital. die Flasche)

Das Butili (von la bottiglia – ital. die Flasche)

Von einem „Ausserschweizer“ in der Sache aufgeklärt zu werden, hat den Verpflegungsposten dermassen beeindruckt, dass er mir beim nächsten Gondo Event einen Schluck vom Butili auf dem Furggi garantierte.

Jetzt nur noch bergab. Das geht normalerweise von selbst. Normalerweise! Aber a) es ist steil wie Sau und b) nach zwei Tagen und bald 80 Kilometer ist von der Muskulatur, die vorne am Oberschenkel stabilisieren sollte, nur noch Brei übrig. Und Brei eignet sich eventuell als Tapetenkleber, niemals zum Bergablaufen.

Wirklich steil geht es die ersten 2 Kilometer bis zum Älpler von Zwischenbergen, der verkündet: „21ster! Das ischt immer no güot!“
Weitere Kommentare kriege ich zwischen dem Geschäpper der Kniescheiben nicht mehr mit. Wenigstens wird’s etwas flacher. Prächtige Single Trails durchs Zwischbergental, an Alpen vorbei, dem tatsächlich kleinen Bergbach, der „Grosse Wasser“ (!) heisst, folgend.

Und nach zwei Tagen wird schliesslich das Ziel in Gondo erreicht.
Ein unvergesslicher Anlass. Was die Strecke am Simplon an Abwechslung bietet sucht seinesgleichen. Perfekt organisiert. Durch atemberaubende Schluchten, über nervenaufreibende Holzbrücken mit teilweise verdammt viel Luft unter den Dielen. Delikate Steigungen auf tausendjährigen Säumerpfaden und Passagen an historischen Gebäuden vorbei. Durch eine Armeefestung im Berg und durch die Saltina-Furt.
Kurz um: Der Gondo-Event ist so schön wie der Jungfrau-Marathon, anspruchsvoller als der Graubünden-Marathon, abwechslungsreicher als der Swiss Jura Marathon und technisch so schwierig wie der Napf-Marathon.
Gut organisiert – alles passt: Zehn Meter hinter der Ziellinie ist das Bierzelt, wo das Defizit fehlender Butili auf dem Furggi wett gemacht werden kann, bevor’s in die „erfrischende“ Dusche geht.

Zur kalten Dusche fiel mir ein, respektive auf, dass das a) womöglich mit Absicht gemacht wurde, damit die ewigen Nörgler doch noch etwas zu meckern haben und b) dass aus der Damendusche kein Gejammer zu hören war. Die Männer sollten sich gefälligst etwas am Riemen reissen! (Falls das wegen der Kürze der Kälte wegen noch möglich ist.)
Jedenfalls frisch gestärkt und stark erfrischt geht’s wieder ins Bierzelt zur Preisverleihung. Jeder Teilnehmer erhielt Walliser Wein oder Walliser Käse.
„Na dann – Prost und Mahlzeit!“

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

„Gondo? – Das ist doch das Dorf, wo …“

„Mit ohrenbetäubendem Getöse stürzt das Wasser aus dem Zwischenbergtal[2]
mit der Doveria zusammen. Die Lage in Gondo hat sich in dem Masse zugespitzt, dass man nicht weiss, ob die Ufermauern standhalten werden…“, liest man auf der Homepage von Gondo.

Alleine – die wirkliche Gefährdung im Oktober 2000 war nicht der Fluss.
150 Meter über Gondo löste sich eine Hangmure, riss eine Schutzmauer mit sich und schoss als tödlicher Erdrutsch mitten durch den Dorfkern.
Und der Gondo-Event entstand zum Gedenken an die Katastrophe, zur Belebung des abgelegenen Bergtals und um dem kleinen Schweizer Grenzort Abwechslung zu bringen.

„Gondo? – Das ist doch das Dorf,“, antwortet mir vielleicht einmal einer, „wo dieser Bergmarathon stattfindet.“
„Der schönste der Schweiz übrigens!“, täte ich antworten[3].


  1. [1] Es heisst eigentlich „Furrgu“ wird aber liebevoll „Furggi“ genannt
  2. [2] Aufmerksame Leser erinnern sich, es stand geschrieben: … dem kleinen Bergbach, der „Grosse Wasser“ heisst, folgend…
  3. [3] Gondo Event: der schönste Schweizer Bergmarathon (zusammen mit Swiss Jura Marathon und Jungfrau Marathon)

Kommentar hinterlassen

UA-51550176-1