Keine halbe Sache in Freiburg

Der schnelle LSVB-Frauen-Express nach 3 Kilometern

Der wohl beliebteste Frühjahrslauf in nicht zu weiter Entfernung von Basel, ist wohl der Halbmarathon in Freiburg. Klar, er heisst Freiburg Marathon, aber die meisten Sportlerinnen und Sportler kommen wegen der halben Distanz, da nutzt auch der Spruch meines Grossvaters nichts, man sollte keine halben Sachen machen. Aber wer einen Halbmarathon anständig läuft, der macht keine halben Sachen, das steht ausser Frage, dafür sind 21 Kilometer mit Volldampf zu anstrengend.

Drei schnelle LSVBlerinnen beim Einlaufen: Laura, Evelyne und Nadine

Drei schnelle Frauen beim Einlaufen: Laura, Evelyne und Nadine

Nadine und Laura hatten sich genau dies vorgenommen, sie hatten eine neue persönliche Bestzeit im Visier und dafür seit Wochen trotz zäher Kälte gut trainiert. Evelyne übrigens auch, aber sie hatte noch keine Bestzeit über diese Distanz, denn für sie war es die Premiere bei einem solch langem Wettkampf. Deshalb lief ich als Loki bei ihr mit. Katja Schulze wusste im Vorhinein, dass sie ihre Bestzeit nicht schaffen konnte, dafür hatte sie nicht genügend Training in den Beinen, sie wollte einfach mal schauen, wie bei ihr der Stand der Dinge so ist. Jeannine Bättig komplettierte als 5. Frau die Liste der LSVB-Starterinnen unter über 5000 Startern an diesem kühlen Frühjahrsmorgen im Breisgau.

Bei den Herren stand Daniel Schwitter als einziger LSVBler über die Marathondistanz ganz alleine im Wind am Startgelände, dafür allerdings mit sehr ambitioniertem Ziel: Wieder ein Marathon unter 3 Stunden! Holger Reissmann, Eckhard Süss und François Fasnacht, der sein erstes Rennen für den LSVB bestritt, waren beim Halben gemeldet.

François, Eckhardt und Holger im Startgewühl

François, Eckhardt und Holger im Startgewühl

Und so gingen um 11:00 Uhr 5 Damen und 5 Herren des LSVB auf die Runde durch die Studentenstadt. Das Wetter wirkte beim Einlaufen recht kühl, sollte sich aber dann doch als wärmer herausstellen, als erwartet. Vor allem die kalte Nord-Ost-Bise wehte nur am Start etwas stärker, in der Stadt war davon zum Glück nur wenig zu spüren.

Mit unserem LSVB-Express, Nadine, Laura, Evelyne und ich als Loki, hatten wir eine Pace von 4:45 auf den ersten beiden Kilometern vereinbart. Wir standen recht weit vorne ein, was die Mädels leicht verunsicherte, aber meine Erfahrung zeigt, dass dies die einzige Möglichkeit ist, direkt auf die Wunschpace zu kommen. Und genau so lief es dann auch, nach einem Kilometer zeigte die Uhr 4:42, ein perfekter Start!

Überraschenderweise gab es kein Gedränge, kein Geschubse und wir konnten schön frei laufen. Ein paar Wenige, die langsamer gestartet waren, aber sinnigerweise ganz vorne im Startblock standen, mussten noch überholt werden, aber das ging ganz gut. In Freiburg lief das auch schon anders, ich mag mich da noch an das eine oder andere Gerangel beim Halbmarathon erinnern.

Der schnelle LSVB-Frauen-Express nach 3 Kilometern

Der schnelle LSVB-Frauen-Express nach 3 Kilometern

Nach den ersten Kilometern lief alles wie geplant, die Pace stimmte und wir kamen problemlos in Fahrt. Laura hatte sich eigentlich eine leicht reduziertere Pace vorgenommen, denn sie wollte die 1:43 unterbieten, Nadine und Evelyne die 1:40. Aber sie blieb bis Kilometer 5 tapfer und problemlos dran, dann verlangsamte sie das Tempo aber leicht, um nicht schon zu früh zu überziehen. Wie sich herausstellen sollte, war es genau die richtige Entscheidung.

Die Strecke in Freiburg gehört sicher nicht zu den Schnellsten, zu viele enge Kurven und Ecken sind im Kurs enthalten und auch Steigungen gibt es genügend. So verläuft die Strecke ab km 2 fast kaum flach und stetig bergauf bis zur Streckenhälfte. Aber auch auf dem Rückweg, der ja dann nur noch bergab führen kann, gibt es Tempobrecher, wie das sehr ruppige Kopfsteinpflaster der Altstadt und zwei Eisenbahnbrücken.

Als Antriebskraft spielen 42 Bands auf der Strecke, was ja so auch nicht ganz stimmt, schliesslich sind es nur 21, denn es sind ja zwei Runden. An mindestens 3 Bands läuft man zweimal vorbei, also bleiben 17! Von den 17 ging so mancher schon recht früh die Puste aus, viele waren auch Ein-Mann/Frau-Kapellen. Aber das störte nicht, ich mag mich an einen Sänger bei km 8 und 14 erinnern, der tollen Sound produzierte. Auf jeden Fall gab es reichlich Run to the Beat, da gab es nichts zu motzen, und manche Band hatte echt einen guten Hammer drauf. Run to the Beat, ich muss mal grad schmunzeln.

So auf den Kilometer 10 zu ist der erste Moment bei einem Halbmarathon gekommen, an dem man zum ersten Mal die Länge des Laufs zu spüren bekommt. Um mich herum ist es ruhiger geworden, alle Läuferinnen und Läufer sind konzentriert bei der Sache und geredet wird nur noch im Einzelfall. Die Zuschauer wirkten auf den ersten Highlight-Stellen noch etwas verschlafen. Klar, es waren sehr viele vor Ort, gerade bei diesem doch kühlen Wetter, aber was die Geräuschkulisse betraf, da hörte ich in Freiburg schon mehr. Und so blieb mir nichts Anderes übrig, um die Leute mal etwas anzuheizen. Dies sollte gelingen und nicht nur meine beiden Begleiterinnen, Nadine und Evelyne, hatten ihre Freude daran.

Bei der Stimmung musste ich hin und wieder mal etwas nachhelfen, mit Erfolg

Bei der Stimmung musste ich hin und wieder mal etwas nachhelfen, mit Erfolg

Die Bergaufkilometer zogen sich und als noch eine neue Schleife am vermeintlichen Wendepunkt hinzukam, da munterte ich meine LSVB-Begleiterinnen auf, gleich muss der höchste Punkt erreicht sein. Und so war es und endlich ging es in Richtung Altstadt zurück und damit leicht bergab. An der Pace war dies direkt zu spüren: 4:30 zeigte die Uhr entlang der Dreisam.

Nadine lief ein starkes Rennen

Nadine lief ein starkes Rennen

Und dann die Altstadt mit den zahlreichen Zuschauern, toll! Auch das liess die Uhr nicht unberücksichtigt, erneut zeigte die Garmin eine 4:30 an. Allzu bedenklich war dies nicht, da Kilometer 15 bereits in der Nähe war und ab da läuft man den Halben nicht mehr mit Bremse. Evelyne sah noch super aus, sie hatte riesige Freude an ihrem Lauf, ein tolles Bild, so macht Laufen Spass. Jetzt machte sich das lange und nicht immer kuschelige Wintertraining bezahlt. Aber auch Nadine war noch sehr gut unterwegs, ihr war die Anstrengung schon leicht anzusehen. Sie kämpfte vor allem gegen die Wärme, sie hatte sich etwas zu warm angezogen.

Bei km 15 musste Nadine dann etwas abreissen lassen, denn Evelyne war nicht mehr zu bremsen und ab dort gab es ja auch keinen Grund mehr, die Körner zu sparen. 4:16 zeigte die Uhr nach einem weiteren Kilometer, Evelyne flog jetzt regelrecht und überholte fast nur noch. Super, rief ich ihr zu, es sind keine 4 Kilometer mehr! Und sie sollte es tatsächlich super machen, denn ihre Pace, mittlerweile hatte sie sich auf knapp unter 4:30 eingependelt, hielt sie bis ins Ziel. 1:37:42 zeigte die Uhr, als Evelyne an der Freiburger Messe über die Ziellinie lief! Super gemacht, und das beim ersten Halbmarathon!

Nadine kam nur ganz wenig später ins Ziel: 1:38:46! Ebenfalls super! Somit hatten beide ihr Ziel mehr als perfekt erreicht, die 1:40 waren kein Thema für die beiden. Nadine verbesserte damit ihre bisherige Bestzeit um mehr als 5 Minuten!

Und Laura? Sie war ja seit km 5 alleine im Feld unterwegs und sollte sich ebenfalls freuen können! Bei Kilometer 15 musste sie zwar kämpfen und ein paar harte Momente überstehen, aber kaum war Nadine im Ziel kam auch Laura über die letzte Eisenbahnbrücke vor dem Zielbereich. Sie schaffte bravourös eine neue Bestzeit mit 1:42:19 und wurde damit 20. in der starken Altersklasse W35 von immerhin 200!

Evelyne im Vorwärtsgang in der Freiburger Altstadt

Evelyne im Vorwärtsgang in der Freiburger Altstadt

Katja Schulze war zu diesem Zeitpunkt schon ein paar Minuten im Ziel, sie war die schnellste LSVBlerin an diesem Tag und lief noch vor Evelyne im Ziel ein. 1:34:49 ihre tolle Zeit für den Halbmarathon. Jetzt weiss sie, wo sie steht: Auf Platz 7 in der Altersklasse W35, bravo!

Mit einem LSVBler wollten die schnellen Mädels sicher nicht tauschen, an diesem Mittag in Freiburg: Mit Dani Schwitter, denn der musste die Runde zweimal absolvieren, also nochmals alles rauf und runter! Und Dani war nach einer Runde auf Kurs: Mehr als das, er lief nahe einem 4er-Schnitt. Die zweite Runde ging dann nicht mehr ganz so schnell, aber es reichte voll und ganz für unter 3 Stunden: 2:57:46! Eine sehr starke Leistung für den Ultra-Läufer aus Binningen! Er hatte unserem Halbmarathon-Express eine Stunde mehr Schlaf geschenkt, er brachte am Vortag die Startnummern mit! Nochmals Danke an ihn!

François Fasnacht war nach der Express-Loki der schnellste beim Halbmarathon der Herren und finishte mit 1:44:48 bei seinem ersten Lauf für den LSVB. Holger Reissmann lief nach 1:46:33 am Messegelände ein, Eckhard Süss nach 1:54:26, er lief allerdings mit angezogener Handbremse, da er am nächsten Wochenende in Wien beim Marathon startet.

Jeannine Bättig beendete die 21.1 Kilometer in Freiburg nach 2:02:58. Ihr Knie machte ihr ab Kilometer 15 zu schaffen und sie musste leider immer wieder Gehpausen einlegen.

Gesamthaft gesehen war der Freiburg Marathon keine halbe Sache, vor allem die schnellen LSVB-Frauen beim Halbmarathon machten richtig Dampf und natürlich Dani beim Marathon mit sub 3 Stunden! Für mich ging am vergangenen Sonntag ein toller Tag in Freiburg zu Ende, abgerundet wurde dieser noch durch die tollen Erfolgsmeldungen aus Zürich!

Glückliche LSVBler im Zielbereich (leider etwas unscharfes Bild): Loki Rainer, Evelyne, Katja, Laura, François

Glückliche LSVBler im Zielbereich (leider etwas unscharfes Bild): Loki Rainer, Evelyne, Katja, Laura, François

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