Erste Hilfe-Kurs

Mitwirken bei Telebasel/Gsund

Thema: Reanimation und Defibrillator

Bericht verfasst von Anita Imhof

Ende November 2017 wurde der Erste-Hilfe Kurs vom Mittwoch, 31. Januar 2018 auf der LSVB Webseite ausgeschrieben. Vierzehn Vereinsmitglieder haben sich dazu angemeldet und dabei noch nicht geahnt, dass daraus ein zweiteiliger Dreh- und Filmtag werden wird. Für die Gsund-Sendung von Telebasel zum Thema „Reanimation und Defibrillator“ suchte der Redakteur Stephan Pauly eine praktische Anwendung. Mitte Januar kontaktierte er diesbezüglich unseren Ruppi in seiner beruflichen Funktion als Kardiologe. Spontan, offen und unkompliziert wie Dr. med. Rupprecht Lange ist, lud er das TV-Team zur geplanten Vereinsveranstaltung ein. Das war den Fernsehmachern noch nicht genug. Sie brauchten zur thematischen Einbettung noch eine Story. Dazu wiederum konnte Dätti Hand bieten, indem er als zweiten Drehort das reguläre Mittwochmittagstraining vorschlug. So ist es eben in einem Verein, man arbeitet Hand in Hand, respektive eine Hand hilft der anderen, schliesslich geht es auch bei der Ersten Hilfe darum, richtig Hand anzulegen.

Jedenfalls führte das Mittagstraining vom 31. Januar 2018 nicht wie gewohnt auf einen Rundkurs durch die Stadt, sondern zum Rundendrehen in den St. Johanns-Park und die Kamera drehte mit. Wer von den Dreharbeiten im Voraus erfahren hatte, kleidete sich in Vereinsdress. Wer sich in Rot visuell von der Gruppe abhebt, ist Tanja, die von allem nichts wusste und erst beim Laufen an Ort und Stelle diskret zu fragen wagte, „kann mir einer sagen, was hier läuft?“.

Nebst dem Schaulaufen im St. Johanns-Park mussten Dätti, Sandrine und ich auf die Frage, weshalb wir Hobbysportlerinnen und Hobbysportler uns zu diesem Erste-Hilfe Kurs angemeldet haben, vor laufender Kamera Rede und Antwort stehen. Andy schilderte das einstige Ereignis am Basler Marathon, als ein Teilnehmer einen spontanen Herztod erlitten hätte, wäre er nicht just am Streckenposten von Graziella zu Boden gegangen. Dank ihrer sofortigen und professionellen Reanimation konnte sie ihm sein Leben schadlos retten.

Bei mir war der Gedanke an einen medizinischen Notfall auf der Hohen Winde, wo ich als Hüttenwartin in der Verantwortung stehe, der Motivationsgrund für die Kursteilnahme. Sandrine’s Interview hörte ich nicht. Wir können sie uns ab Dienstag, 27. Februar 2018 auf Telebasel anhören und ansehen, wenn die Gsundsendung erstmals um 18.10 Uhr ausgestrahlt wird, mit stündlicher Wiederholung ab 19.40 Uhr.

Die für Sportsleute interessanteren Fragen waren, warum wir uns für einen Erste-Hilfe Kurs interessieren sollten? Kann intensives Training das Herz beschädigen? Sterben beim Marathon mehr SportlerInnen an plötzlichem Herztod oder werden mehr (Verkehrs-) Tode durch Absperren der Marathonstrecke vermieden? Diese Fragen beantwortete Ruppi in einem einleuchtenden Kurzvortrag zu Beginn des Kurses. Dass der sportliche Benefit für die Gesundheit erwiesen und die Sterberate insgesamt geringer als bei Nicht-Sportlern ist, das wissen wir schon lange. Mit Göschenen-Airolo quittiere ich deshalb sehr schnell den oft zitierten Sportmuffelspruch „Sport ist Mord“. Umso mehr horchte ich auf, als Ruppi uns erklärte, was so falsch an diesen drei Worten gar nicht ist. Sport kann nämlich als Trigger einen plötzlichen Herztod auslösen.

Wenn im falschen Moment das Herz aus dem Takt gerät, beginnt es zu flattern und kann seine normale Pumpleistung nicht mehr aufrechterhalten. In diesem Fall ist eine sofortige Herzmassage mit möglichst baldigem Stromschlag durch einen automatischen externen Defibrillator (AED) lebensrettend. Darum wiederholte Ruppi an diesem Abend den Basic-Life-Support Algorithmus fast papageienartig:

  1. Eigene Sicherheit (Strom, Gift, Gas, Strassenverkehr)
  2. Person beurteilen (bewusstlos, fehlende oder abnormale Atmung)
  3. Hilfe rufen, Tel. 144 oder 112. Wenn genügend Helfende vor Ort sind, soll eine Person Tel. 144 alarmieren, eine andere einen AED-Defibrillator holen. Kennt ihr die AED Standorte in der Stadt? Wusstet ihr, dass man auf jedem Mobiltelefon einen Notruf auslösen kann, auch wenn dieses passwortgeschützt ist? Ohne Login wählt es erst noch das bestverfügbare Netz.
  4. Reanimieren mit 30 Herzmassagen und 2 Beatmungsstössen im Wechsel. Sobald das AED eintrifft, dieses Einschalten und dessen Anweisungen folgen.

Was man als TeilnehmerIn einer LSVB-Veranstaltung selten sieht, ist der Aufwand, der dahinter steht. Sichtbar war ein perfekt eingerichteter Übungsraum und Ruppi in weisser Arbeitskleidung mit Universitätsspital-Logo. Per Beamer präsentierte er uns ein Kurzreferat und für eine verlängerte Merkleistung erhielten wir ein Handout mit Notfall Check-Fragen als Taschenformat. Am Schluss händigte er uns sogar noch eine Kursbestätigung aus, unterschrieben von PD Dr. med. Othmar Pfister und Dr. med. Rupprecht Lange. Unsichtbar waren die weiteren Vorbereitungsarbeiten. So musste Ruppi den Übungsraum bei der kardiovaskulären Rehabilitation reservieren, im Universitätsspital die Ausleihe der Reanimationspuppen genehmigen lassen und schliesslich ein Auto mieten, um die Puppen in die Gellertstrasse und wieder zurück zu fahren. Sportlich gesehen hätte er den Transport auch auf seinem Fahrrad machen können. Vermutlich wollte er nicht riskieren, nachts mit zwei pulslosen Körpern auf dem Gepäckträger von der Polizei gestoppt zu werden.

Lieber Ruppi, für deinen beherzten Einsatz bedanken wir uns herzlichst! Zweimal Herz in einem Satz passt stilistisch nicht, thematisch sehr. Und doppelt hält besser: Vielen herzlichen Dank!

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