Beeindruckende Leistung von Lukas Oldani beim Zürich Marathon

Bis zur Hälfte konnte Luki mit Maya Neuenschwander laufen

Der Regen hatte in der Nacht vom Samstag frische Temperaturen und eine saubere Luft gebracht und als der Sprecher in Zürich die Läuferinnen und Läufer kurz vor halb neun zur Startaufstellung aufrief, herrschten perfekte Bedingungen für einen Marathon.

Besonders Lukas Oldani hatte sich für die diesjährige Austragung der 42.195km durch die Limmat-Stadt ein sehr hohes Ziel gesetzt. Er wollte die EM-Limite von 2:24 Stunden unterbieten. Seine bisherige Bestzeit von 2:26.33 liess ihm wohl keinen Zweifel daran, dass dies ein schwieriges Unterfangen war. Mag ein solcher Sprung bei den meisten Marathonläufern problemlos zu meistern sein, sind das im Bereich der Elite doch schon sehr hohe Hürden. Im Vorfeld wollte Luki dieses Ziel aber noch nicht aufgeben und es zumindest versuchen. Dass es sehr schwer werden würde, war ihm also klar.

Bis zur Hälfte konnte Luki mit Maya Neuenschwander laufen

Bis zur Hälfte konnte Luki mit Maya Neuenschwander und Johnny Morgenthal laufen

Nach 5 Kilometern lief er mit ca. 15 Sekunden Vorsprung zu seiner geplanten Zwischenzeit durch, ein perfekter Start. Zusammen mit Maja Neuenchwander und ihrem Pacemaker Johnny Morgenthal ging er auf die erste Schleife durch die Innenstadt von Zürich. Als die drei bei km 11 die Limmat in Richtung Meilen verliessen, ist Luki immer noch perfekt unterwegs. Nachdem Maja Neuenschwander beim Halben planmässig ausstieg, unterstützte Johnny Morgenthal Luki noch bis km 28 und versuchte die Pace hochzuhalten, eine tolle sportliche Geste. Ab diesem Zeitpunkt war er aber dann solo unterwegs, nach Vorne niemand im Blick und hinter sich eine mehrere Minuten lange Lücke. Sein geplantes Tempo konnte er jetzt nicht mehr ganz halten, aber er kämpfte tapfer und bei Kilometer 38 spürte man, das wird zumindest eine neue Bestzeit!

Während Luki sein einsames Rennen läuft, macht DJ Luc Stimmung

Während Luki sein einsames Rennen läuft, macht DJ Luc Stimmung

Als im Ziel die 2:24 abgelaufen waren, ist Luki zwar noch nicht in Sicht, aber nach 2:25:57 lief er dann über die Zielmatte. Persönliche Bestzeit und der Sprecher an der Strecke vermeldete: Bronze bei der Schweizer Meisterschaft!

Die letzten meter für Luki und das anschliessende Interview

Die letzten Meter für Luki und das anschliessende Interview

Es wäre wohl ein traumhaftes Ergebnis gewesen, was die Meisterschaft betrifft, aber kurz vor der Siegerehrung wurde ihm seitens der Organisatoren klar gemacht, dass der vor ihm ins Ziel gelaufene Eriträer Tesfaye Eticha einen Schweizer Pass besitze und somit für die Schweizer Meisterschaft gewertet wird. Luki rutschte auf den undankbaren vierten Rang.

Man kann dazu stehen, wie man möchte, sportlich gibt es an dieser Entscheidung nichts auszusetzen, der gebürtige Afrikaner war schneller und damit natürlich verdienter Dritter. Aber ist es fair, wenn dieser für Eritrea gemeldet und somit nicht als Teilnehmer der Meisterschaft zu erkennen war? Ihm kann man sicher keine Absicht unterstellen und auch seinen Betreuern nicht. Hier müssen sich die Organisatoren der Meisterschaft an die Nase fassen, fair ist einfach anders. Es bleibt ein bitterer Beigeschmack, den diese bravouröse Leistung von Luki nicht verdient hat.

Nichtsdestotrotz darf sich Luki über eine sensationelle Marathonzeit freuen, er hat sich nichts vorzuwerfen und alles versucht und gegeben. Vor dieser Leistung kann man den Hut nicht tief genug ziehen! Gratulation und Kompliment an ihn!

Evelyne Müller hatte natürlich ganz andere Absichten bei ihrem zweiten Marathon. In Zürich wollte sie unter 3:30 Stunden bleiben und das sollte ihr bravourös gelingen! Mit 3:26:39 liess sie überhaupt keinen Zweifel aufkommen und erreichte strahlend das Ziel. Aber auch während dem Lauf konnte man ihrem Gesicht ablesen, wie Freude am Marathonlaufen aussieht. Bravo Evelyne!

Auch Gabriel und Sandrine kamen extra nach Zürich - Evelyne glücklich im Ziel

Auch Gabriel und Sandrine kamen extra nach Zürich – Evelyne glücklich im Ziel

Selina Nardiello war verletzungsbedingt nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte, lief den Marathon aber mit 3:30:18 zu Ende. Piero Mele beendete den Marathon trotz einer problemlosen ersten Hälfte wegen Magenproblemen lieber vorzeitig, sicherlich eine vernünftige Entscheidung.

Luki wurde übrigens von Fabio Halbeisen (Telebasel) begleitet, er bereitete einen Bericht für die Sendung Heimspiel vor. Wer sie live verpasst hat, kann sie online auf der Archivseite von Telebasel anschauen.

3 Comments

  1. Wow, echt Klasse, ich bin stolz auf euch und freue mich mit!

  2. BRAVO den Läufern und dem Schreiber ! 🙂 …es kribbelt wieder

  3. Toller und interessanter Bericht – danke!! Luki, du bist für mich der Grösste!!

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