Basel-Zermatt – Mission erfüllt

Bericht verfasst von Kurt Bieri

Es ist geschafft! Kaum zu glauben, dass die Mission zu Fuss von Basel nach Zermatt in 6 Tagen machbar ist. Ich habe sogar einen weiteren Tag hinzugefügt und habe den „Ultra Zermatt“ auf das Gornergrad mit 2500 Höhenmeter und 45km noch dazu gepackt. Für die Statistiker und den Nachahmern hier einige Fakten zum Abenteuer „Quer durch die Schweiz“:

Tage: 7
Distanz: 293 Kilometer (42km / Tag)
Zeit: 39 Stunden 20 Minuten (5.5h / Tag)
Höhenmeter: 10’000 Meter (1400m / Tag)
Geschwindigkeit: 8 min/km

Für mich sind dies aber nur Zahlen, viel Wichtiger ist das Erlebnis und die Emotionen, welche mit dem Projekt verbunden waren. Zu mehreren Zeitpunkten war das Vorhaben gefährdet. Mit Kampf, Durchhaltewillen und den Ansporn durch das Umfeld waren diese Hürden zu bewältigen.
Das Gefühl des Erfolges sind überwältigend. Nur dank der Unterstützung von den Vereinsmitgliedern und meiner Familie war dies möglich. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön.

Die letzte Etappe führte von Leuk über die Moosalp nach St. Niklaus. Eine Strecke von 38 Kilometer und happige 2000 Höhenmeter. Gleich zu Beginn ging es durch die früchtetragenden Rebberge. An der Rhone entlang konnte ich das warme Wetter geniessen. Es war genau der Strecken Abschnitt, welcher ich wegen Knieproblemen bei der letzten Etappe nicht bewältigen konnte, darum war ich umso motivierter diese Zehn Kilometer bis Gampel rasch abzuspulen. Danach ging es in den Wald und aufwärts. Ich alleine und die Natur. Vor dem geistigen Auge die bisherigen Etappen.
Eischoll, Unterbäch und Bürchen heissen die 3 Dörfer, die ich passierte bevor es über Weiden und Alpen ging. Die dünne Luft wurde langsam spürbar. Schließlich sind es nur noch 400 Höhenmeter auf den nächsten 3 Kilometer bis auf die Moosalp. Und diese befindet sich auf über 2000 Meter über Meer. Unterwegs auf einem Gehweg haben sich einige Kühe und Rinder mit den Jungen sich in der Sonne breit gemacht. Mit Respekt und äusserster Vorsicht habe ich mich durch die Herde gequetscht, um auf der anderen Seite meinen Lauf fortzusetzen.

Diese Höhenmeter gingen so richtig an die Substanz. Oben auf der Moosalp war ich froh eine Stärkung in Form von Huuswurscht und Suppe zu mir zu nehmen. Im Anschluss kamen die letzten 10 Kilometer meiner Mission. Der Ausblick da oben war einfach gigantisch.

Dreimal führte der Wanderweg durch eine Höhle. Aus den Berichten von Johannes wusste ich dies und habe mir extra die Stirnlampe eingepackt. Trotz dieser donnerte ich an einer Stelle mit dem Kopf gegen die Decke. Schwarz wurde es, obwohl die Lampe 1A funktionierte. Nach dem ich wieder die Orientierung hatte ging es runter.

Dabei habe ich nach Jahren wieder einmal meinen Fuss verknackst. Das war es wohl, dachte ich. Humpelnd lief ich einen Kilometer weiter. Zum Glück, die Bänder waren nur etwas überdehnt und nicht gerissen. Der letzte Anstieg. Hier säumten sich die Heidelbeerstauden. Da konnte ich nicht wiederstehen und pflückte einige reife Früchte für die Stärkung und für zu Hause.

An alle die gerne Wandern – dieser Abschnitt mit dem Weitblick und der luftigen Brücken entlang der Felswand ist einfach ein Erlebnis und sehr zu empfehlen. 1h 20min stand auf der Ausschilderung, um von der Bergstation von Jungen nach St. Niklaus zu kommen. Das sind ca. 800 Höhenmeter, die man vernichten muss. Richtig gezeichnet von den letzten 35 Kilometer konnte ich im Tal das Ziel bereits erblicken.

Das Ende meiner Mission stand kurz bevor. Eilig, halb rutschend und mit viel Elan ging es den steilen Abstieg runter. Geschafft und im Gesicht zeigte sich trotz Erschöpfung eine unendliche Freude.
Ziel erreicht und die Schweiz zu Fuss von Norden nach Süden unter 40 Stunden durchquert. Wie geil ist das denn!

Als Abschluss habe ich die Teilstrecken zu dieser Animation vereint und mit den Highlight versehen:

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