Birsegg-Lauf

16. Birsegg-Lauf in Aesch, 15. August 2018

Berich verfasst von Reto Hiss

Link: Fotos vom Rennen auf der Seite des Veranstalters

Am letzten Samstag im August fiel die Temperatur nach einer fast endlosen Hitzeperiode wieder einmal in einen Bereich, bei welchem ein Lauftraining möglich war ohne schon nach einem Kilometer auszusehen, als wäre man ins Wasser gefallen.

Ich entschloss mich kurzerhand, quasi ohne Vorbereitung, an diesem Tag mal am Birsegg Lauf teilzunehmen. Der Start und das Ziel befinden sich in Aesch (BL). Es handelt sich um einen leicht coupierter 10 km Lauf in schöner Landschaft abseits von Autoabgasen. Bevor ich einen mir unbekannten Lauf bestreite, schaue ich mir jeweils die Ranglisten der Vorjahre an. Es fiel mir auf, dass es in allen Alterskategorien (10 Jahres Schritte) kaum viel mehr als 10 Klassierte gab. Da kam natürlich die Hoffnung auf, dass ich es vielleicht einmal in meiner Kategorie (M50) unter die ersten 3 schaffen könnte. Als diese Hoffnung entstand, dachte ich allerdings zu wenig daran, dass mein Training wegen der Hitze stark ins Stocken gekommen war und mein Fitnessstand eher tief lag.

So machte ich mich frohen Mutes an diesem trüben Samstag Nachmittag bei angenehmer Temperatur mit Bus und Tram auf nach Aesch (bigott!). Bei der Anmeldung traf ich schon mal auf den ersten Vereinskollegen, Kurt Stirnimann. Er war kein Neuling an diesem Lauf und konnte mir erklären, wo sich die Garderoben befinden. Diese liegen nämlich in einiger Entfernung vom Start in einer grösseren Schulanlage. Diese dort zu finden war dann ein weiteres Problem. Nach einer Generalumrundung schaffte ich es dann doch noch. Der Regen, welcher schon vorher vom Himmel angedroht wurde, fiel zum Glück genau während meines Aufenthalts in der Garderobe. Den Weg zum Start nützte ich zusammen mit Kurt gleich zum Warmlaufen. Am Start traf ich unerwartet auf einen alten Bekannten aus dem Verein: Jean Jacques Welz. Es freute mich, ihn wieder einmal im Laufdress mit Startnummer zu sehen. Er war früher ein sehr schneller (Marathon-) Läufer, musste dann aber wegen einer hartnäckigen Knieverletzung eine lange Trainingspause einlegen. So sahen wir uns in den letzten Jahren immer nur noch an der GV und am Helferessen des Stadtlaufs. Ich war mal gespannt, wie fit er noch ist. Vom LSV Basel waren auch noch Luigi, Ursula und Doris am Start des 10 km Laufs. Andrea nahm schon eine Stunde früher am 5 km Lauf teil (Habe ich leider verpasst).

Ich reihte mich am Start ziemlich weit vorne ein, da es keine Echtzeitmessung gab. Nach dem Startkommando (kein Schuss!) ging sofort die Post ab. Die rannten los, als wäre es ein 100m Lauf (auch Jean Jacques war dabei). Ich liess mich dadurch nicht beeindrucken, schliesslich war es ja ein 10 km Lauf. Schon vor der ersten km-Markierung holte ich einige dieser Schnellstarter wieder ein. Nach 1,5 km musste mich dann auch Jean Jacques vorbei ziehen lassen. Bis zur Hälfte konnte ich noch weitere Läufer und Läuferinnen überholen. Doch danach war plötzlich vor mir weit und breit niemand mehr zu sehen. Da fiel meine Motivation ziemlich in den Keller. Nach einem kurzen Blick zurück – keine Verfolger in Sichtweite – drosselte ich mein Tempo und schaltete quasi auf Trainingstempo. Die Streckenposten waren die einzigen Zuschauer, welche mich ab und zu eher diskret anfeuerten. So strebte ich dann ganz einsam dem Ziel entgegen. Auch dort kein einziger Zuschauer. Das habe ich noch nie erlebt. Mit meiner Zeit von 45:32 war ich zufrieden . Als Finisher durfte ich ein Paar Socken (in LSVB Farben!) einen Regenschirm, ein Kühltuch und ein Päckli Ricola Bonbons nach Hause nehmen. Das ist doch recht grosszügig bei einem Startgeld von 20 Fr.

Bevor ich mich auf den Weg zur Garderobe machte, wollte ich noch Jean Jacques Zieleinlauf miterleben. Doch der kam und kam nicht. Nach 55 Minuten Laufzeit zwang mich die Kälte zum Verlassen des Zielgeländes. Wenig später tauchte plötzlich Jean Jacques auf dem Velo vor mir auf. Meine Frage, ob er das Rennen aufgegeben habe, verneinte er heftig und erklärte mir, dass es ihn einfach während des Laufs in der Wade gezwickt habe. Ja, item – keine Details – schade, dass er das Ziel nicht erreicht hat!

Nach dem Duschen war ich gespannt auf die Rangverkündigung. Zu meinem Erstaunen fand diese mitten auf der Quartierstrasse im Zielbereich statt. Da hätte ich mir schon einen gemütlicheren Rahmen gewünscht. Der Speaker ehrte zuerst die TeilnehmerInnen des 5km Laufs. Da durfte bei den Damen Andrea Turello zuoberst aufs Treppchen steigen und erhielt als Belohnung einen Tischgrill. Entgegen der Logik wurde die Siegerehrung dann mit den ältesten Läufern der Kategorie M70 fortgesetzt. Diese haben doch am längsten, bis sie wieder zurück sind. So kam es dann, dass Studhalter Franz (das ist derjenige Läufer, der immer halb nackt herumrennt…) wohl noch unter der Dusche stand, als man ihm zum dritten Rang gratulieren wollte. Doch der Sieger der ältesten Männer war da … und der hiess Kurt Stirnimann. Auch er durfte einen Tischgrill nach Hause tragen. Bei den Damen F60 folgte dann eine weitere Siegerin vom LSV Basel. Es war Ursula Bindert. Herzliche Gratulation an alle LSVB Sieger.

Als dann um ca. 18.45 die 3 besten der Kategorie M50 verlesen wurden, platzte mein Traum von einem Podestplatz jäh. Aber auch Luigi, der schnellste vom Verein (Zeit 41:11/M40) musste den Heimweg ohne Preis antreten. Ein späterer Blick in die Rangliste zeigte dann, dass bei mir doch einiges fehlte zum 3. Rang, während Luigi nur knapp daran vorbeilief.

Fazit: Ein schöner, gut organisierter Lauf mit originellen Preisen für die Sieger, aber leider fast ohne Zuschauer.

1 Comments

  1. Hallo Reto
    Ein interessanter Bericht.
    Für mich gab es am Ziel auch wie bei dir noch kleine Trostpreise wie ein leichter praktisch einzupackender Regenschirm und diese
    feinen Ricooolaaa. Somit ging ich doch nicht
    ganz mit leeren Händen nach Hause😂
    Im Gegensatz zu einigen Läufen in der Region
    ein sehr vorbildlicher Gabentisch.
    Liebe Grüsse Luigi

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